15. Türchen





Die liebe Ghislana vom Blog „Jahreszeitenbriefe“ nimmt uns mit auf einen weihnachtlichen Spaziergang…


Oh du stille Zeit…

Ich
habe nicht lange überlegt, als Lotta mich fragte, aber dann doch lange überlegt…
Mit Advents- und Weihnachtserlebnissen ist bei mir so Vieles verbunden… Was
soll ich davon aussuchen? Gibt es darin vielleicht eine Konstante, etwas auch
heute noch immer Wiederkehrendes, vielleicht nicht mehr genau so, aber doch mit
einander ähnlichen Erinnerungen und Empfindungen verbunden?
  
Und
zwischen Adventskalender basteln, Adventskranz schmücken, Weihnachstlieder
singen, Hausmusik machen, Nikolausschuhe und Weihnachtsteller füllen, Geschenke
basteln und liebevoll verpacken, den Baum schmücken, Plätzchen backen, Puten-
und Grünkohlduft schnuppern, den Tisch besonders schön decken, Weihnachtsmann
spielen, Familienbesuche, Weihnachtsrundbriefe schreiben – zwischen alldem habe
ich sie gefunden: meine Erinnerungen und Freude am Draußensein, besonders in
diesen stillen Tagen um Weihnachten und Neujahr herum.
Da
sind die Gänge an der Hand des Vaters unter sternenblitzendem Himmelszelt durch
dunklen Wald zur Christmette im Nachbarort. Dann die Spaziergänge mit den eigenen
Kindern an Heiligabend, um sie noch ein bisschen schläfrig zu machen fürs Ruhen
(Schlafen wurde es selten…) vor der abendlichen Bescherung und dem
Längeraufbleibendürfen oder sie abzulenken, wenn eine besondere Vorbereitung
vor ihren Augen verborgen stattfinden sollte (z. B. die Weihnachtsteller füllen
oder ein Schlagzeug im Wohnzimmer so aufbauen, dass es dem Buben mit dem heißen
Wunsch danach erst mal nicht gleich auffällt…)
Als
ich in meinen Bildern der letzten Jahre gesucht habe, fand ich soviel Schnee,
dass ich gar keinen Grund zum Jammern habe über etwa nicht weiße Weihnachten…
Alle Bilder sind bei Wanderungen mit meinem Gefährten in meinem Wald (http://jahreszeitenbriefe.blogspot.de/2013/09/lieblings-sommerort-post-aus-dem-wald.html)
rund um Wald und See und Dorf herum entstanden. Jedes Jahr nehmen wir uns eine
neue Route vor.
       
Der
scheinbare Schlaf der Natur, ihr Zurückgezogensein, ihre Einkehr, die Ruhe,
Stille und Dunkelheit dieser Zeit strahlt auch auf mich aus und ich genieße
diese stille Einkehrzeit, besonders in der Zeit dann „zwischen den Jahren“,
seit Langem für mich eine Zeit, in der ich Urlaub nehme, auch wenn ich da gar nichts
Besonderes vorhabe. Nur eine Zeit der Stille, die auch wieder Neues birgt,
Aufbrechendes. Genau wie die Bäume ohne Blätter auch jetzt schon wieder Knospen
tragen, für einen neuen Frühling, noch sorgsam verhüllt.
           
In
diesen Tagen empfinde ich die frische Luft, die Bewegung draußen, das Gefühl kalter
Finger und nasser Füße als etwas ganz Besonderes, etwas Schönes, mich dann
nicht Störendes. Die Glätte der Wege, die Schritte im Schnee, der den Schall
wie in Watte verschluckt, unter Schneelast brechende Äste, einsamer Vogelruf,
leises Klingen von Eisschollen…, die gedeckten Farben, mit dem letzten
Aufleuchten der Schneeballfrüchte, all das gehört dazu.  
             
Dann
– mit roten, glatten Wangen – das Heimkommen ins Warme, zu heißem Tee bei Kerzenschein
und Weihnachtsduft der Kiefernzweige und Lebkuchen. Erinnerungen vorbeiziehen
lassen: kleine und größere Weihnachts- und Neujahrswanderungen, gegangen vor 50
Jahren an der Hand des Vaters, vor 30 Jahren an der Hand die Kinder, nun bald
schon zum 7. Mal an der Hand des Gefährten.
         

Danke
Lotta fürs Gastspiel bei dir! Ich wünsche euch eine gesegnete Advents- und
Weihnachtszeit, kommt gut ins Neue Jahr hinein und vielleicht macht auch ihr
euch auf, zu einem Spaziergang in die stille Zeit.

Liebe Ghislana, ganz lieben Dank für diese wundervolle Entführung in die winterliche Natur…so schön!!! Ich wünsche natürlich auch Dir und Deiner Familie eine wunderbare Weihnachtszeit!
Ghislana ist eine sehr kreative Naturliebhaberin und wohnt im schönen Brandenburg. 



Ich wünsche Euch

 einen wundervollen 3. Advent!


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