Chaoswoche

Könnt Ihr Euch auch an so eine Chaoswoche erinnern…wo ein Problem das nächste jagt…und Ihr denkt, das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen…?

Ich kann mich noch gut erinnern…es war eine Woche im Mai…bei schönstem Frühlingswetter…
Meine Eltern wollten das Wetter nutzen und kurzfristig in den Urlaub fahren. Normalerweise springt meine Mutter bei Krankheit meiner Kinder ein, besonders dann, wenn ich beruflich unabkömmlich bin ( und das bin ich eigentlich nahezu immer…). Ich war optimistisch, denn wer wird denn im Mai bei schönstem Frühlingswetter krank…?
Mein Sohn wurde krank, und zwar vom Sonntag zum Montag erkrankte er an einem heftigen Magen-Darm-Virus. Zunächst hatte ich noch einen Trumpf im Ärmel…unsere Kinderfrau konnte sich terminlich so freimachen, dass die nächsten Tage gesichert schienen. Dienstag am frühen Morgen kam dann jedoch der Anruf, dass die Kinderfrau ebenfalls am Magen-Darm-Virus erkrankt sei und sogar stationär behandelt werden müsse. Mir tat das ausgesprochen leid, aber nun musste eine neue Lösung her. Zum Glück ging es meinem Sohn schon etwas besser, sodass ich die Nachbarn fragen konnte, ob sie netterweise jede Stunde einmal nach dem Sohnemann schauen könnten. Sie kümmerten sich rührend! Am Nachmittag hatte unser Sohn eine 1/4 Sahnetorte verspeist…damit er wieder zu Kräften kommt…Er hat es überlebt.
Wie ich schon erwähnt hatte, es war herrliches Wetter und so ließ ich mich am Dienstag im Garten mit meiner Jüngsten zum Picknick nieder. Einer Wespe passte das offensichtlich gar nicht und so stach sie meine Tochter auf die Stirn. Ich bin ein praktisch veranlagter Mensch und lasse mich von soetwas nicht aus der Ruhe bringen. Die Stirn wurde gekühlt und Fenistilsaft verabreicht. Das wird schon wieder…Am nächsten Morgen jedoch war das linke Auge komplett zugeschwollen. Ich war immer noch beruflich unabkömmlich. Also wurde kurzerhand ein Prednisolonzäpfchen verabreicht, erneut Fenistilsaft gegeben und der etwas verdutzen Kindergärtnerin mitgeteilt, dass so ein zugeschwollenes Auge nicht ansteckend sei und meine Tochter sich auch einäugig im Sandkasten zurechtfinden würde. ( ICH BIN KEINE RABENMUTTER, ICH BIN KEINE RABENMUTTER….sagte ich mir dann immer wieder auf dem Weg zur Arbeit.) Als ich am Nachmittag mein Töchterchen abholte, war sie immer noch einäugig und ich bekam heimlich doch ein ziemlich schlechtes Gewissen… ( und hoffte inständig, die meisten anderen Mütter gingen davon aus, dass der Stich erst im Kindergarten passiert war…). Gegen Abend konnte meine Kleine dann wieder mit beiden Augen schauen und ich blickte optimistisch auf den Rest der Woche.
Doch ich habe DREI Kinder, dass hatte ich nicht bedacht. Am Donnerstag gegen 11.00 Uhr klingelte auf Arbeit das Telefon, die Grundschule war dran. Mein mittleres Kind war  auf einem Schulausflug gegen ein Verkehrsschild gerannt und hatte sich eine stark blutende Kopfplatzwunde und ein Schädelhirntrauma zugezogen.
Ich habe kapituliert. Es gibt Dinge, die lassen sich nicht ändern…und erklären schon gar nicht…
Aber es gibt immer eine Aussicht…
Auch wenn die Tür zunächst verschlossen scheint…
Liebe Grüße, Lotta.
12 Responses to “Chaoswoche”
  1. Oh Lotta, ich konnte mir leider ein heimliches Kichern nicht verkneifen!
    Das ist der Vorteil wenn man zuhause arbeitet…nachteile gibts aber da auch viele…es beginnt mit Dis und hört mit ziplin auf.
    Und oft arbeite ich noch nachts um die Abgabetermine einzuhalten, wenn tagsüber zuviel anderes los war.
    Ich wünsche dem Schädel, dem Auge und dem Magen von Herzen Gute Besserung!
    Lg Carmen

  2. Oh, ich sehe gerade dass es schon fast unter verjährt gilt….wer lesen kann ist klar im Vorteil….
    Lg Carmen

    • Macht nichts…ich kenne das gut…lese auch oft schnell quer, weil man gleich wieder losmuss, das Kind gerade ruft…das Telefon klingelt. Ja, von zu Hause arbeiten hat auch Vorteile, aber ich bin wirklich froh, dass ich mir dann nicht die Nächte noch um die Ohren schlagen muss…dann hat man ( in dem Fall meist Frau ) nie Feierabend! LG Lotta.

  3. Oh ja solche Wochen kenne ich auch zu gut. Ich hoffe diese Woche wird für dich ruhiger und es ist nun alles wieder im grünen Bereich!!!
    Deine Bilder dazu gefallen mir gut….
    Habe gerade schon den Post mit der Maus gelesen….seufz…wir hatten ein ähnliches Problem.
    Euer Familienzuwachs ist echt niedlich.
    ♥liche Grüße
    Stefanie

  4. Liebe Lotta,
    wusstest du, dass es dieses behämmerte Wort "Rabenmutter" nur in Deutschland gibt? In keinem anderen Land existiert dieser Ausdruck! Sehr aufschlussreich wie ich finde. Ich habe nur ein Kind und bin voll berufstätig. Was ich mir im Büro schon für blöde Texte anhören musste, wenn mein Sohn krank war, ohne Worte!!! Mittlerweile ist es mir egal, sollen doch alle reden. Es ist mein Sohn und ich hab nur den einen. Fertig!
    Bei Dir ist es dann ja nun ganz dicke gekommen… Es freut mich aber, dass Du es lösen konntest!!!

    Ganz liebe Grüße, Birgit

  5. Da gebe ich Birgit recht: Dieses scheußliche Wort kennen nur wir Deutschen.
    Also mach dir keinen Kopp. Manchmal kommt aber auch wirklich alles auf einmal…
    VG
    Elke

  6. Hallo Lotta,

    ja, im Nachhinein kann man darüber schmunzeln….

    Solche Zeiten kenn ich auch genug, aber wie sagt man so schöööön:

    Man wächst an seinen Aufgaben *augenverdreh*

    Liebe Grüße Mia

  7. ♥♥♥
    LG Rosine

  8. Gibt es denn andere Wochen? Also ich kenne nur solche. Kind wird immer dann krank, wenn mein Schreibtisch fast zusammenbricht, das ist die Regel. Manchmal war ich da schon froh drum, dass ich nicht mehr Kinder habe.
    Und ich Rabenmutter gebrauche dann den Fernseher als Krankenschwester, weil ich mich sonst gleich eindosen lassen kann.
    Das Leben läuft nicht immer so, dass man eine Heilige und die Mutter aller Mütter sein kann. Was solls. Unsere Kinder werden nicht nur Viruserkrankungen, Wespenstiche udn Platzwunden überleben, sondern auch Sahnetorten, großelterliche Süßigkeitenflashs und Fernsehtage und trotzdem zu gesunden, sozial kompatiblen Erwachsenen werden – ich bin mir sicher. Und es gibt keinen Grund, sich deshalb als Rabenmutter zu fühlen, denn wir lieben unserer Kinder und das wissen sie. Das federt einiges ab. 🙂

    Herzlich, Katja

  9. Hallo Lotta, ach ja, wenn man denkt, mit einem Bübchen ist schon genug los, da kann ich dir nur sagen, immer entspannt bleiben, du machst das fantastisch mit deinen dreien! Pustekuchen: Rabenmutter!!! Daumen hoch zu all der Organisation, und der Fähigkeit eben doch immer irgendwie alles unter einen Hut zu bekommen. Perfekt sind wir alle nicht, und wenn es dann eben auch mal nicht anders geht, dann müssen (Birgit, ich bin da voll bei dir!) die Kollegen da auch mit klar kommen.

    Herzlichste Grüße, Nina

  10. AAAber: Ich finde es nett von Deinen Kindern, dass sie das alles immerhin auf verschiedene Tage gelegt haben … hihi. Und dann: "ist nicht ansteckend und Kind kann auch einäugig …" hahaha, genial! Entschuldige, aber ich finde das klasse! Nix da Rabenmutter! Ist ja nun nicht so, dass Du sie am Straßenrand ausgesetzt hast, weil Du nur zweiäugige Kinder in der Familie duldest, oder?
    Ganz liebe Knuddler an Deine Kinder und DANKE für diese … ich sag mal: aufbauende Geschichte! (Schön, zu lesen, dass das Chaos nicht nur bei uns so zuschlägt!)

    Alles Liebe,
    Sonja

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