…oder auch…Entwickelt der Garten manchmal ein Eigenleben?

Nach unserem Hausbau hatte ich eine Menge Pläne für unseren Garten, habe Bücher gewälzt, mich in Staudengärtnereien umgesehen, beim Nachbarn neugierig über den Gartenzaun geguckt. Der Traum vom Garten stand in meinen Vorstellungen fest…akkurate Beete mit Buchseinfassung, gerade gesäumte Wege, Staudenstaffelung nach Höhe und Farbe etc.
Nun sind einige Jahre vergangen und ich schaue etwas nachdenklich auf mein Gartenreich…Irgendwie hat mein Garten ein Eigenleben entwickelt…Nicht, das ich diesen Umstand besonders schlimm finde, aber es überrascht mich etwas. Die Gründe sind vielfältig…mangelnde Zeit, fehlendes „Kleingeld“ für bestimmte Projekte,ganz eigene Pläne der Kinder, falsch eingeschätzte Wachstumsbedingungen sowie Bodenverhältnisse, Pflanzen, die sich nicht heimisch fühlen wollen, Pflanzen mit der Tendenz, alles zu okkupieren…u.v.m. Aber gibt es vielleicht noch einen anderen Grund?
Meine Tulpen von diesem Jahr zeigen sehr eindrucksvoll, was meinen Garten derzeit auszeichnet…ein buntes Sammelsurium, etwas planlos wachsend, zum Teil an ungewöhnlichen Orten, zum Teil sehr ausschweifend (…manche Wege muss man sich mit der Heckenschere bahnen…)…Es tauchen Tulpen auf, die habe ich nie gepflanzt…ich schwöre…

Als Kind habe ich verwilderte Gärten geliebt, bin dort auf Bäume geklettert, habe Insekten beobachtet, Wiesenblumen gepflückt…Ist das vielleicht ein Grund, warum sich mein Garten doch ganz anders entwickelt als eigentlich geplant? Passt vielleicht so ein akkurater Garten gar nicht zu meinem Naturell?

 

Meine Mutter hat so einen akkuraten Garten, der Rasen sieht aus wie gekämmt (…man darf ihn nicht betreten…). Meine Mutter liebt die Ordnung, ist immer sehr fleißig, sehr diszipliniert.


Ich bin es nicht.

Und genau deshalb wird mein Garten wohl ein Eigenleben führen,… er ist wie er ist…und so ist es gut.

 

Was mögt Ihr für Gärten?