Gedanken zur Fastenzeit…

Nun ist sie da, die Fastenzeit.

 Im Christentum versteht am unter der Fastenzeit oder auch Passionszeit den mehrwöchigen Zeitraum der Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Im Mittelalter waren die Fastenregeln sehr streng, erst 1486 erlaubte der Papst Innozenz VIII. auch Milchprodukte in der Fastenzeit. Enthaltsamkeit wurde vor allem beim Fleischkonsum und  für Vergnügungsveranstaltungen gefordert.

In der heutigen Zeit ist das Fasten im Zeitraum zwischen Aschermittwoch und Ostern etwas aus der Mode gekommen. Wir sind es gewohnt, dass uns alle Güter das gesamte Jahr über zur Verfügung stehen. Erdbeeren zu Weihnachten, Orangen im Hochsommer, Schnittblumen das ganze Jahr über, nichts ist unmöglich.

Unsere Familie versucht sein Jahren bewusst in der Fastenzeit auf Dinge zu verzichten, die es eigentlich laut Jahreszeit gar nicht geben dürfte. Die Fastenzeit ist auch eine gute Möglichkeit darüber nachzudenken, ob man wirklich eine weitere Vase, die gefühlte 100. Jeans, das X-te Paar Ohrringe oder noch einen Osterhasen zur ohnehin reichlichen Sammlung braucht. Man braucht ihn nicht. Nicht wirklich.
Eine schöne Tradition ist es, bewusst auf Alkohol oder andere Genussmittel zu verzichten.

Braucht man wirklich ständig das Transportmittel Auto?
Muss ich jeden Tag Fleisch essen?
Muss ich wirklich jeden Tag einen neuen Pullover anziehen? 
Sind die Sendungen im Fernsehen wirklich so spannend?
Muss ich wirklich schon wieder telefonieren…oder schwinge ich mich einfach mal auf 
das Fahrrad und schaue auf einen Blitzbesuch bei der Freundin vorbei?
 Wie haltet Ihr es mit der Fastenzeit? Ist das bei Euch ein Thema?
Ich wünsche Euch jedenfalls eine schöne Fastenzeit!
Liebe Grüße, Lotta.

25 comments On Gedanken zur Fastenzeit…

  • Liebe Lotta,

    schön hast du deine Gedanken niedergeschrieben.
    Zwar leben wir die Fastenzeit nicht bewusst, aber ich finde diese Gedanken schaden grundsätzlich nicht.
    Ganz stolz bin ich, seit 6 Wochen wieder nikotinfrei zu sein, wohl eines der unnötigsten Laster überhaupt!
    Allerdings hätte ich ohne Lungenentzündung nicht den eisernen Willen gehabt, muss ich zugeben.

    LG Vera

  • Da mir jegliche Art von Dogmen den Atem nehmen, versuche ich solchen Fragen möglichst ganzjährig auf den Grund zu gehen, so zwischen den Erdbeeren und der neuen Vase 🙂 Alkohol trinke ich kaum, Süßigkeiten sind selten, Fernsehen bei mir Nebensache. Aber Fleischkonsum, Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein etc. sind uns immer begleitende Themen, die wir mal mehr und mal weniger erfolgreich umsetzen. lg

  • An die Fastenzeit halte ich mich nicht.Weil ich Vegetarierin bin,nicht bis selten fernsehe,Pullover tagelang anziehe,und sowieso das ganze Jahr darauf achte,dass nichts überflüssig ist und nichts verschwendet wird.Im Winter Wintergemüse,im Sommer Sommergemüse. Natürlich gibt es hin und wieder Luxus! Eine Flasche Sekt!Schuhe!Tanzen!Nicht dauernd,dann wärs ja kein Luxus.LGKatja

  • Dein Beitrag kann einen wirklich zum Fasten inspirieren. Allerdings halte ich es, wie die anderen mit einer ganzjährigen Einschränkung (Vegetarier, kein Alkohol, Umweltverträglichkeit etc.). Aber ich muss auch gestehen, dass da noch mehr geht. Unsere Konsumgesellschaft hat wirklich immer alles verfügbar und das weiß man gar nicht mehr richtig zu schätzen. Dieses Gefühl nach einer Zeit der Entbehrung ist dann umso schöner. Manchmal reicht es aber auch aus einfach wenig Geld zur Verfügung zu haben und dann einen 10€-Schein zu finden 🙂

  • Jaaa liebe Lotta, darüber habe ich mich vorhin mit meiner fünfjährigen Tochter auch unterhalten. Und als ich sie fragte was ich mir denn vornehmen sollte, sagte sie, du darfst nicht mehr an den Computer!
    Das hat mich schon recht nachdenklich gemacht!
    LG STeffi

  • hast du wunderbar geschrieben! ich machs dieses jahr mal andersrum und enthalte mich nicht, sondern mache mehr. und zwar sport. jeden tag und immer ein bischen länger. ist zumindest der plan 🙂
    liebe grüsse, holunder

  • Liebe Lotta,
    da hast Du wieder ein paar schöne Zeilen geschrieben, mit nachdenklich machendem Hintergrund!
    Mein Mann und ich wollen in der Fastenzeit bewusst auf Schokolade und anderes Süßzeugs verzichten.
    Da ich , komischerweise auch mein Mann, Stress oder andere Wiedrigkeiten des Alltags meistens mit einer Nascherei kompensieren, ist dies schon ein echter Verzicht und ich hoffe, dass wir gestärkt daraus hervor gehen werden. Ich kann ja durchaus sehr konsequent sein!
    Aber das mit dem Computerverzicht aus dem Post von Steffi oben, das hat mir auch zu denken gegeben!
    LG
    Jutta

  • Toller Post! Auch ich frage mich zur Fastenzeit auf was ich verzichten könnte; an welchen Dingen, welche nicht unbedingt notwendig sind, halte ich durchs Jahr durch fest? Schokolade und überhaupt Süssigkeiten, welche ich täglich konsumiere, haben darum in der Fastenzeit nichts (sofern ich es durchhalte) zu suchen. Wie steht's mit Bloggen? Wie viel Zeit verbringen wir – schon fast süchtig, um auch ja nichts zu verpassen – am Computer. Vielleicht ein Ziel für nächstes Jahr diese 40 Tage ohne das Medium Computer sprich Blog zu verbringen.
    Ja in einer Zeit, wo man alles per Knopfdruck erhalten kann und überhaupt alles subito gehen sollte, gewinnt vielleicht ein so altes Ritual wie das Fasten wieder an Bedeutung!
    Liebe Grüsse
    Sarah

  • Ich habe die Fastenzeit noch nie beachtet, weil vieles bereits im täglichen Leben "lebe" . Wir haben nur ein Auto, obwohl beide berufstätig sind, gerade im Winter wird es da schon mal eng. Ich verbinde möglichst viele Erledigungen damit ich unnötige Fahrwege vermeide.
    Erdbeeren im Winter, Orangen im Sommer…noch nie!
    Ich kann warten, alles zu seiner Zeit.
    Fleisch , 1-3 mal pro Woche, das Fleisch stammt alles aus den Bauernhöfen in der Nähe, ausserdem kaufe ich keine Fertigprodukte da ich eh immer selber koche.
    Die Kleider wechsle ich nicht täglich neu, halt nach Bedarf.
    Hihi…ausser natürlich die Unterwäsche….das einzige was für mich einen wirklichen Verzicht bedeuten würde, wäre eine Fastenzeit OHNE Internet *ieeekkkk* ne, muss nicht sein, aber wenn, könnte ich hoffentlich auch ohne.
    Lg Carmen (interessanter Beitrag!)

  • Der ökumenische Verein Andere Zeiten in Hamburg startet seit 10 Jahren am Aschermittwoch seine bundesweite Fastenaktion " 7 Wochen anders leben."

    "7 Wochen Anders leben" kann auch bedeuten: Sich selber bewußt etwas Gutes tun, damit die Seele wieder Lust hat im Körper zu wohnen oder sich bewußt um Dinge / Menschen kümmern, die man vernachlässigt hat, oder aber mal versuchen nicht zu lästern oder nicht zu streiten, 5 gerade sein lassen, besonders nett zu dem Kollegen, den man eigentlich nicht mag sein oder….

    Es gibt viele Dinge, auf die man verzichten könnte.

    herzlich Judika

  • Ein sehr schöner Post, der ein wenig zum Nachdenken anregt. Ich habe in den vergangenen Jahren zur Fastenzeit auf Alkohol verzichtet. Das ist mir zwar nicht soooo schwer gefallen (sonst hätte ich mir mal Gedanken machen müssen), doch es war trotzdem eine Erfahrung, bewusst Nein zu sagen und auf z.B. das Gläschen Rotwein beim Italiener zu verzichten. Diesmal habe ich mir vorgenommen, nicht so "oberflächlich" durch den Alltag zu gehen, Augen und Herz offen zu halten… was ich natürlich auch nach der Fastenzeit sehr gerne beibehalten möchte 😉

    Lieben Gruß
    Jutta

  • oh ja Thema! auf jeden Fall, nur zu einer ganz anderen Jahreszeit;) (Ramadan). Ich finde es einfach gut und wichtig solche Zeiten bewusst zu durchgehen und sie als Beispiel zu nehmen..sich immer wieder daran erinnern..die Zeit zieht immer wieder ihre Furchen, so oft rutscht man in "scheinbar" einfacheres zurück. das foto oben ist so schön einfach und doch so aussagekräftig und schön!
    lg! sarah

  • Wir fasten nicht!
    Eigentlich versuche ich das ganze Jahr über bewusst zu leben und verzichte auf vieles, was nicht wirklich sein muss.
    Finde schade, wenn so etwas nur auf 6 Wochen beschränkt wird, und danach wird weitergemacht wie bisher. Das ist mir nicht ehrlich genug.
    Aber bei uns gibt es auch keinen Valentinstag oder Muttertag.
    Ganz einfach weil ich finde, dass man solche Sachen nicht auf ein bestimmtes Datum beschränken sollte, um dann mit viel Brimborium und Kommerz sein Gewissen zu beruhigen, was man das ganze Jahr über versäumt hat.

    Schöne Grüße,
    Imke

    • Schön, wenn man das ganze Jahr so konsequent wie du ist…ich bin es leider nicht…und so eine Fastenzeit bringt mich dazu, wieder ganz bewußt über Dinge nachzudenken, bewußt Verzicht zu üben…Aber mein Leben besteht nicht nur aus Verzicht, ich mag auch gern genießen…Alles zu seiner Zeit. Lieben Dank für Deinen Besuch bei mir! LG Lotta.

  • Hi,
    ich weiss nun nicht, warum Alkohol so das große Thema ist. Ich trinke absolut keinen und deshalb kann ich sehr gut drauf verzichten. Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal welchen getrunken habe.
    Die Fastenzeit brauche ich nicht. Ich achte habe Achtung vor Lebensmitteln. Deshalb kaufe ich bewußt ein und vor allem esse ich auch bewußt. Was ich sehr gerne esse ich Schoki, aber auch hier kann ich verzichten, wenn ich muß. Das muß ich manchmal, wenn die Waage nach rechts geht oder gehen könnte.
    Da pass ich schon auf. Auf Klamotten verzichten, mh, geht auch, wenn ich kein Geld habe.
    Ich achte das ganze Jahr über auf die Dinge, die ich mache und brauch deshalb keine Fastenzeit.
    Erdnüsse und Chips meide ich, weil es Hüftgold gibt und ich möchte nie nie nie wieder so dick werden, wie ich mal war.

    Das Brot gibt es bei uns hier auch, es ist das Korneck von Kamps.

    Manchmal backe ich mein Brot auch selbst.

    Liebes Grüßle und einen schönen Abend Eva

  • Ich finde, die Fastenzeit ist eine gute Gelegenheit – nach dem vielen Feiern zu Weihnachten, Silvester und im Fasching – wieder achtsamer durch den Tag zu gehen und Entscheidungen bewusster zu treffen. Dabei darf sich jeder selbst auf den Zahn fühlen, wo die große Herausforderung liegt. Für die einen mag es das Essen sein, für die anderen die Bequemlichkeiten wie Auto, Telefon oder Internetkonsum. Auch Menschen, die das ganze Jahr sehr bewusst leben, können diese Chance wahrnehmen, vielleicht mit Entrümpeln, mit Facebook-Fasten,….. Ich entscheide jedes Jahr neu für mich, was ich mir bewusst machen möchte. Heuer sind es zwei Bereiche, die ich in den nächsten 7 Wochen anders erleben möchte als gewohnt….
    http://wachstumsschublade.wordpress.com/2013/02/13/fastenzeit/
    Euren Ansatz nur Saisonales und Regionales essen zu wollen, der gefällt mir sehr gut. Ich wünsche Euch viele gute Erfahrungen damit!
    Alles Liebe, Katharina

  • Liebe Lotta, schön, dass du einen Post zu diesem Thema geschrieben hast! Ja, die Fastenzeit ist mir in den letzten Jahren wieder wichtiger geworden als es eine Zeitlang in der Vergangenheit war. Eins meiner Kinder schenkte mir vor Jahren den Adventskalender von dem oben schon erwähnten "Andere Zeiten e. V.", der gefiel mir so gut, dass ich mir dann selbst den Fastenkalender bestellte… Achtsamkeit ist für mich immer ein großes Thema. Diese Fastenzeit werde ich ganz bewusst auf Fleisch und Wurst verzichten. Wir essen ohnehin selten Fleisch, nicht mal regelmäßig den "Sonntagbraten", aber die neuerlichen Veröffentlichungen der letzten Zeit über brutale Massentierhaltung der "Fleischindustrie" haben mich so erschüttert, dass ich nun erst mal gar kein Fleisch mehr kaufen will. Vielleicht später mal wieder etwas, das aus biologischer und artgerechter Tierhaltung kommt, wenn ich hier vertrauenswürdige Verkäufer finde. – Ja, und ich werde Lächeln verschenken, in die vielen müden und gestressten Gesichter hinein, die mir tagsüber begegnen. Einen herzlichen Abendgruß Ghislana

    • Ja, ich habe auch schon schlimme Berichte über Massentierhaltung im Fernsehen gesehen…da kann einem die Lust an Fleisch und Wirst vergehen…Das mit dem Lächeln finde ich eine zauberhafte Idee!!! LG Lotta.

  • liebe lotta, schöööön hast du das thema fasten in worte gefasst. konsequent fasten mit allem bliblablub: vor jahren 1 x versucht und nach einer woche abgebrochen. war dann einfach nicht mehr genug kraft da für das tägliche muß…
    bewußt leben? ja! das machen oder versuchen wir eigentlich das ganze jahr über. auf das auto verzichten? schlecht. ich brauchs halt für meinen job. jeden tag was frisches anziehen? ja gern! aber muß wirklich ALLES nach 1 x tragen gewaschen werden? ganz klar nein. und das telefon? das ist für uns auch ein MUSS – für den job und privat unser hauptkommunikationsmitel um mit familie und freunden in verbindung zu bleiben. ich schreibe aber auch, nein keine sms oder mail, sondern-ganz altmodisch- karten. einfach so, mal zwischendurch:)
    und der fernseher? ich bin ehrlich: er flimmert jeden abend vor sich hin – auch wenn keiner reinguckt…da könnte man echt mal was ändern!
    ich denke darüber nach. heute noch! ja!
    liebste grüße mickey

  • Hey Lotta, schön dich gefunden zu haben, interessanter Blog! Ja, auch wir haben uns Gedanken gemacht- auch ich hatte gestern eine Fastenpost in meinem Blog….
    Liebe Grüsse
    Fabienne

  • Ich habe gestern auf meinem Blog auch danach gefragt.
    Wir fasten nicht, kennen es auch nicht aus der Kindheit. Ich habe das Gefühl, das Fasten kommt wieder stärker zur Anwendung. Ich lese auf vielen Blogs darüber und auch im Freundeskreis höre ich es dieses Jahr öfter als sonst.
    Ich habe mir auch meine Gedanken dazu gemacht und sie noch nicht zu Ende gedacht. Deshalb kann ich Dir erst nächstes Jahr mehr dazu sagen.
    Happy Valentine ♥
    Gabs

  • Was für ein tolles Posting! Ich versuche auch das ganze Jahr über sparsam zu sein. Mittlerweile bin ich jetzt 2 Jahre Vegetarierin und habe auch bewusst keinen Fernseher um nicht kostbare Zeit mit irgendwelchen sinnlosen Unterhaltungsshows zu vertüddeln. Dieses Jahr faste ich Süßkram. Süßspeisen, Schokolade, Kuchen, etc.
    Dein Blog ist schön! Dir ein schönes Wochenende, liebe Grüße, Lise

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