Leipziger Stadtansichten

Wie ich Anfang des Jahres Euch schon in Aussicht gestellt hatte, möchte ich Euch ein paar “Leipziger Stadtansichten” und “Leipziger Persönlichkeiten” näher bringen, damit Ihr meine Heimatstadt Leipzig näher kennen lernen könnt. Manchmal führen solche Stadtbesichtigungen dazu, dass ich selbst noch etwas entdecke und dazulerne, wie man gleich sehen wird. 
Wieder bleiben wir im Stadtteil Gohlis.

Als ich Fotos für den Post über das Gohliser Schlösschen machte, fiel mir ein Denkmal auf, welches ich selbst noch nie bewusst wahrgenommen hatte.
Heinrich Pfeil stand darauf…
nur die Frage war für mich, wer war Heinrich Pfeil …?
Heinrich Pfeil wurde am 18.12.1835 in Leipzig als Sohn eines Buchdruckers geboren.In seiner Kindheit erhielt er unter Carl Friedrich Zöllner ( 1800-1860 ) eine musikalische Ausbildung. Nach der Schulzeit absolvierte Heinrich Pfeil eine Lehre als Buchhändler und arbeitete schließlich als Redakteur des “Leipziger Stadt- und Dorfanzeigers”, später übernahm er die Redaktion der „Sängerhalle“, ein amtlichen Blattes des Deutschen Sängerbundes. Eine besondere Leidenschaft hegte Pfeil für die Chormusik und erschuf als Komponist und Schriftsteller dafür zahlreiche Lieder und Texte.
HIER kann man eine Kostprobe seines Schaffens hören.
( Ich gebe zu, es klingt ein wenig schräg, aber ich vermute, es liegt nicht am Komponisten…;-))
1. Still ruht der See, die Vöglein schlafen,
Ein Flüstern nur, du hörst es kaum.
Der Abend naht, nun senkt sich nieder
|: Auf die Natur ein süßer Traum. 😐
2. Still ruht der See, durch das Gezweige
Der heilge Odem Gottes weht.
Die Blümlein an dem Seegestade,
|: Sie sprechen fromm ihr Nachtgebet. 😐
3. Still ruht der See, vom Himmelsdome
Die Sterne Friedsam niedersehn.
O Menschenherz, gib dich zufrieden,
|: Auch du, auch du wirst schlafen gehn. 
Heinrich Pfeil 1879

Gestorben ist Heinrich Pfeil am 17.April 1899 ebenfalls in Leipzig.

Das Porträt-Relief schuf der Bildhauer Walter Howard ( 1910-2005 ).

Wer übrigens sehr gern Biografien und Wissenswertes über berühmte Frauen liest, dem lege ich Astrids ( le monde de kitchi ) Serie “Great Women” ans Herz!

Über Pfeil`s Lehrer und Komponist Carl Friedrich Zöllner berichte ich Euch ein anderes Mal.
11 comments
  1. Guten Morgen, liebe Lotta,
    danke für diesen schönen und interessanten Post!
    Ein schönes Denkmal, ich kannte diesen Schriftsteller und Komponisten nicht. Das Lied liest sich schön, …ich hab es mir auch angehört. Ich liebe Männergesangvereine, diese Stimmen, aber ich dachte eben auch, da singt irgendeiner ein wenig schief *grins*
    Ich wünsche Dir einen schönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  2. es ist schon spannend, was man alles in seiner stadt entdecken kann. ich kannte weder den komponisten noch den bildhauer (der mich auch sehr interessierte und der einen interessanen werdegang hat. die choraufnahme muss aber wirklich noch mal im tonstudio bearbeitet werden ;-)!
    liebe grüße, mano

  3. Ein wenig grimmig schaut er drein auf dem Denkmal, dabei schreibt er so herzige Verse. An Herrn Howard kam ja eigentlich kein "Ossi" vorbei – das Marx-Engels-Denkmal hat wahrscheinlich jeder schon einmal (ge)sehen (müssen).Die Sterngucker sind aber schön.
    Ich interessiere mich sehr für Persönlichkeiten und ihre Biografien und erst gestern haben wir hier wieder eine Lobeshymne auf Wikipedia gesungen. Nie war es einfacher, sich wirklich über fast alles Informationen zu holen.
    Liebe Grüße

  4. Stimmt, da sticht eine etwas jaulige Stimme aus dem Chor… 😉 Auf der Wikipedia Seite des Komponisten ist eine Aufnahme verlinkt die etwas schöner ist. Pfeil kannte ich bis dahin nicht, wobei das nichts heißen muss, denn Chorkomponisten kenne ich eh kaum. Vielen Dank auf jeden Fall für die Bereicherung! Wenn ich es mir recht überlege, mag ich as Lied sogar irgendwie, auch wenn es melancholisch eher in den Herbst als in das Frühjahr passt!
    Einen schönen Mittwoch wünsche ich dir, liebe Lotta,
    Gros bisou
    Sandra

  5. Wenn die Aufnahme schräg ist, aber der Text ist wunderbar…Abendstimmung am See….dabei gab es früher noch nicht all die vielen Seen…vielleicht der Auensee?…lach.
    Der Mann war offensichtlich berühmt in Leipzig und wir kennen ihn gar nicht. Vielleicht hat ja meine Schwester schon von ihm gehört in ihrer Buchhändlerlehre….Das Denkmal selber finde ich allerdings fast gruselig…..gefällt mir gar nicht.
    Liebe Grüße, Sigrun

  6. Wieder ein sehr interessanter Einblick in Deine Stadt, in ihre Geschichte mit ihren Persönlichkeiten. Das Denkmal passt auch optisch wunderbar zu den tollen Haus im Hintergrund. Es schaut aus wie ein altes Herrenhaus. Die mag ich ganz besonders.

    Liebe Grüße
    Sonja

  7. Schön, dass du im Zusammenhang mit einem Komponisten und Bildhauer auf meine Frauenreihe hinweist, macht es mir doch deutlich, dass diese Sparten bisher unterrepräsentiert sind bei mir ;-). Aber demnächst schaffe ich da Abhilfe.
    Bach & seine Chorwerke sind mir im Zusammenhang mit Leipzig aber die schönere Erinnerung…
    LG
    Astrid
    Astrid

  8. Hallo Lotta,

    ich bin ganz ehrlich, ich habe nicht wirklich bewusst etwas von Heinrich Pfeil gehört, bis ich Deinen Beitrag heute gelesen habe 😉

    Das Denkmal erinnert mich fast an eine alte Grabstele, könnte also auch hierfür eingesetzt werden – ist schön gearbeitet.

    Immer wieder interessant etwas über Deine Heimatstadt zu lesen 🙂

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

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