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Magdeburg

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Magdeburg ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt. Wir hatten uns in der Vergangenheit schon zahlreiche Städte in Sachsen-Anhalt angesehen, Magdeburg fehlte uns aber noch in unserer Liste. Am sonnigen Ostermontag machten wir uns schließlich auf, um die Stadt zu erkunden. Mit rund 240.000 Einwohnern ist Magdeburg die größte Stadt Sachsen-Anhalts und die viertgrößte Stadt der neuen Bundesländer. 

Magdeburg musste in der Vergangenheit einige Schicksalsschläge hinnehmen. 1207 brannte ein Feuer große Teile der Stadt inklusive des Ottonischen Doms nieder. Im Spätmittelalter entwickelte sich Magdeburg dann zu einer der größten deutschen Städte und zum Zentrum der Reformation. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt jedoch erneut nahezu vollständig verwüstet. Im zweiten Weltkrieg zerstörte am 16. Januar 1945 ein Luftangriff durch die britische Royal Air Force etwa 90 % der Altstadt, darunter 15 Kirchen.

Im Jahr 2002 wurde Magdeburg vom Elbhochwasser mit einem Höchststand von 6,72 m stark getroffen, welches Schäden in Höhe von über 22 Millionen Euro verursachte. Das Hochwasser im Juni 2013 übertraf den Stand von 2002 mit einem am 9. Juni gemessenen Scheitel von 7,46 m deutlich. Es gab einen mehrtägigen Katastrophenalarm und Schäden wie 2002.

Durch viel Engagement und finanzielle Mittel gelang es nach dem zweiten Weltkrieg im Laufe der Jahre, zahlreiche Bau- und Kunstdenkmale wiederherzustellen, darunter das Rathaus, der Magdeburger Reiter, der Dom oder das Kloster „Unser Lieben Frauen“.

Kunst im öffentlichen Raum

In Magdeburg findet man in der Innenstadt eine Vielzahl von Plastiken und Skulpturen. Der Magdeburger Künstler und Restaurator Heinrich Apel schuf sehr viele populäre Skulpturen und Brunnen für den öffentlichen Raum, so zum Beispiel den Faunbrunnen. Eine Übersichtsliste über die verschiedenen Skulpturen in der Stadt und ihre Künstler findet sich HIER.

Magdeburger Dom

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt ist sicherlich der Magdeburger Dom. Er ist die erste von Anfang an gotisch konzipierte und die am frühesten fertiggestellte Kathedrale der Gotik auf deutschem Boden sowie der größte Sakralbau Mitteldeutschlands. Der evangelische Dom ist Grabkirche Ottos des Großen und seiner ersten Gemahlin Edgitha. 

Die Kanzel des Magdeburger Doms zählt zu den bedeutendsten Renaissancekunstwerken in Deutschland und wurde von dem Nordhäuser Bildhauer Christoph Kapup 1597 aus dem weichen Gipsgestein Alabaster gefertigt. 

Der zwischen 1445 und 1451 entstandene Lettner trennt den hohen Chor vom Rest des Hauptschiffes ab. Die Figuren am Lettner stellen von links nach rechts (Nord nach Süd) folgende Heiligen dar: Bartholomäus, Ludolph, Paulus; Maria Magdalena, Georg, Mauritius, Maria, Jakobus, Katharina, Petrus, Nikolaus und Dorothea.

Am Lettner gibt es ein kleines Geheimnis. Wenn man sich direkt vor diesen stellt und sich dann zum linken äußeren, halbkreisförmigen Einlass bewegt, kann man unter dem verzierten Bogen eine kleine Maus entdecken.

Die Gesamtanlage des Kreuzganges ist mehrfach erneuert und verändert worden und beinhaltet einen romanisch gestalteten Südflügel und eine gotische Ostseite. Am nördlichen Kreuzgangflügel ist gegenüber des Ausgangs vom Südquerhaus des Doms zum Innenhof hin die gotische, sogenannte Tonsurkapelle vorgelagert. 

Seit Januar 2025 ist das Grabmal Ottos des Großen im Dom Gegenstand von umfangreichen Untersuchungen. Dabei ist auch der hölzerne Sarg in der Grabstätte geöffnet worden. Neben den Gebeinen wurden im Sarg Textilien, pflanzliche Reste und Sedimente gefunden. Ein Film dokumentiert für die Dombesucher die Forschungen und Funde.

Kopie aus dem Film des mdr

Grüne Zitadelle

Die Grüne Zitadelle ist ein von Friedensreich Hundertwasser entworfenes Gebäude und wurde 2005 fertiggestellt. Es handelt sich dabei um eines der letzten Projekte, an denen Hundertwasser vor seinem Tod im Jahr 2000 arbeitete. Im Erdgeschoss befinden sich mehrere Läden, ein Café und ein Restaurant. 

Friedensreich Hundertwasser (bürgerlicher Name: Friedrich Stowasser, 1928-2000) trat zeitlebens als Gegner der „geraden Linie“ und jeglicher Standardisierung auf. NebenBauwerken schuf Hundertwasser viele Objekte angewandter Kunst, entwarf Briefmarken, Flaggen, Münzen, Bücher und Porzellanobjekte.

Elbauenpark

Als Elbauenpark bezeichnet man das Gelände, auf dem die Bundesgartenschau in Magdeburg 1999 errichtet wurde. Es wird seitdem als Erlebnis- und Erholungspark genutzt und durch immer neue Attraktionen erweitert.

Der Jahrtausendturm wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1999 errichtet. Er beherbergt eine Ausstellung zur Entwicklung der Wissenschaften mit vielen anschaulichen, teils interaktiven Experimenten. 

Der mit seiner asymmetrischen Kegelform „schief“ konstruierte Holzturm besteht aus formverleimten Brettschichthölzern und ist mit einer lichtdurchlässigen Folie überspannt. Er enthält sechs Etagen, die durch ein Treppenhaus im Inneren und eine begehbare spiralförmige Rampe an der Außenhaut erreichbar sind. Der Entwurf des Turms stammt vom Schweizer Maler und Baugestalter Johannes Peter Staub.

Von der spiralförmigen Außentreppe hat man einen sehr schönen Rundblick in die Umgebung. Die oberste Etage ist außerdem der Startpunkt einer Seilrutsche, welche mit rasantem Tempo und in luftiger Höhe eine spektakuläre Rutschpartie auf mehr als 400 Metern durch den Elbauenpark verspricht.

Mein Mann und ich waren positiv überrascht über die Vielfältigkeit der Stadt und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Museen. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen.

Da wir uns gern Friedhöfe ansehen, haben wir uns auch in Magdeburg auf die Suche gemacht und eine sehr lohnenswerte Anlage entdeckt, die ich in einem anderen Post zeige.

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