Diese Mal wird es sehr festlich, dieses Mal genieße ich die Weihnachtszeit in vollen Zügen…dachte ich so bei mir, als der Dezember vor der Türe stand. Kann ja nicht so schwer sein…Damit das auch wirklich klappt mit der weihnachtlichen Stimmung, kaufte ich mir Unmengen an Räucherkerzen und weihnachtlichen Tee und sparte nach anfänglichem Zögern bei der adventlichen Dekoration auch nicht mit den Farben Grün und Rot. Dazu holte ich mir einen Stapel CDs weihnachtlicher Musik aus der hintersten Ecke des Regals. Perfekt. Nun braucht sie nur noch kommen…die weihnachtliche Stimmung, ich bin gerüstet. Während ich so auf sie wartete, erledigte ich nebenbei noch ein paar andere Dinge…So widmete ich mich behördlichen Anfragen (jedes Jahr im Dezember scheint der Buchstabe meines Nachnamens beim Amt dran zu sein), ging mit Kind Nr. Eins zum Zahnarzt (…vielleicht hätte ich den Adventskalender nicht mit so viel Süßkram bestücken sollen…?), mit Kind Nr. Zwei zum Optiker (…die „Sehhilfe“ war überraschend abhanden gekommen…), mit Kind Nr. Drei zum Lehrergespräch (…was dazu führte, dass der Weihnachtsmann kurzfristig umplanen muss, denn die Lehrerin meinte, auf den Wunschzettel gehören jetzt Lernhilfen…hüstel). Ich schaute in der Werkstatt meines Vertrauens vorbei, weil man mein Auto im Dunkeln nicht mehr erkennen konnte und telefonierte mit der Te*le*kom…ähm…ich meine natürlich mit der Warteschleife. Ich besuchte dreimal hintereinander die Poststelle, weil der Postmann ein Paket in seinem überfüllten Postauto nicht mehr wiederfand und chauffierte meine Kinder zu verschiedenen Konzerten und Weihnachtsfeiern. Zwischendurch setzte ich mich immer mal wieder an meinen Küchentisch, trank einen Tee und wartete…irgendwann musste sie ja nun eintreffen…die weihnachtliche Stimmung. Lange kann es ja nicht mehr dauern. Abgelenkt wurde ich von meinem Hund, der offensichtlich heimlich von etwas genascht hatte, was ihm nun nicht ganz bekommen war. Außerdem klingelte ganz überraschend das Telefon wieder…und wollte gar nicht mehr aufhören damit. Siedend heiß fiel mir in diesem Zusammenhang ein, dass ich ja noch ein Patenkind habe und keinen Plan, was ich ihm schenken soll. Bei der Suche nach einem passenden Geschenk könnte ich dann auch gleich neue Glühbirnen für den Weihnachtsstern besorgen, der hatte vor Tagen überraschend sein Leuchten eingestellt. Beim Ausdrucken des Weihnachtsbriefes für die Verwandtschaft stellte ich fest, dass die Patronen des Druckers leer sind und der Druckerpapiervorrat sich bedrohlich dem Ende neigt. Während ich mit dem Schornsteinfeger telefonierte, um seinen Termin zu verlegen, weil wir berufstätig und vormittags  nicht zu Hause sind, versuchte ich beim Geruch einer Räucherkerze zu erkunden, ob sie mich denn nun schon erfasst hatte…die weihnachtliche Stimmung, doch ich wurde leider von der Haustürklingel unterbrochen. Ein Bauarbeiter stand vor der Tür und warnte davor, dass in den nächsten Stunden kein Wasser fließen würde, genauer wollte er sich da allerdings nicht festlegen. Ich hatte gerade die Betten abgezogen…aber macht ja nix. Auf dem Anrufbeantworter fand ich eine Nachricht, dass mein Objektiv abholbereit sei. Ich erinnerte mich dunkel, dass ich es vor Wochen zur Reparatur gebracht hatte…am anderen Ende der Stadt. Während ich mich so durch die Rotphasen der Ampeln kämpfte, erblickte ich plötzlich einen Herrnhuter Weihnachtsstern an einem ziemlich heruntergekommenen Haus. Ganz wunderbar hell erstrahlte der Stern, sodass man ihn schon von weitem erspähen konnte. Er verlieh dem Haus eine überraschend festliche Note. Und plötzlich war sie da…die weihnachtliche Stimmung…und mir wurde ganz warm ums Herz.

Und wer auch gern in weihnachtliche Stimmung verfallen möchte, 
dem empfehle ich DAS hier.

Ich wünsche Euch eine frohe Weihnachtszeit!