Als mein Mann und ich im Mai 2025 Schloss Blankenburg besichtigten, wurde uns ein Besuch der Stadt Wolfenbüttel wärmstens ans Herz gelegt. An einem frühlingshaften Märztag sind wir nun aufgebrochen, um diese schöne Fachwerkstadt für uns zu entdecken.



Wolfenbüttel ist eine im Harzvorland und an der Oker gelegene Kreisstadt in Niedersachsen und zählt rund 53.000 Einwohner. Der Ortsname geht wahrscheinlich zurück auf einen Sachsen namens Wulferi bzw. Wulfheri, der im 10. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Stadt eine Siedlung gegründet hatte (-büttel ist auf das altsächsische bodal zurückzuführen, „Haus und Hof“ oder „Siedlung“). Etwa seit 1430 war Wolfenbüttel ständige Residenz der Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg.
Im frühen 17. Jahrhundert war der Komponist und Musikschriftsteller Michael Praetorius als herzoglicher Hofkapellmeister in Wolfenbüttel tätig. Als Bibliothekare der Herzog August Bibliothek wirkten Gottfried Wilhelm Leibniz (1690–1716) und Gotthold Ephraim Lessing (1770–1781), der hier das Drama Nathan der Weise verfasste. Die Stadt wird daher auch als Lessingstadt bezeichnet.



Schloss Wolfenbüttel ist das zweitgrößte erhaltene Schloss in Niedersachsen. Die ausgedehnte Vierflügelanlage des ursprünglichen Wasserschlosses diente den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg von 1283 bis 1754 als Wolfenbütteler Residenz. Heute wird das Schloss von dem Gymnasium im Schloss Wolfenbüttel, der Bundesakademie für kulturelle Bildung und dem Schlossmuseum genutzt.


Wolfenbüttel hat eine lange militärische Tradition als Garnisonsstadt, die sich in teilweise erhaltenen Verteidigungsanlagen im Stadtgebiet widerspiegelt. Das Zeughaus und Reste der Festungswälle, Befestigungsgräben und der Bastionen sind heute noch im Stadtbild Zeugen dieser Zeit.

Ende des 16. Jahrhunderts errichteten niederländische Baumeister ein Grachtensystem in Wolfenbüttel, um den sumpfigen Grund urbar zu machen. Klein Venedig ist ein Überrest der Grachten.

Das Wolfenbütteler Rathaus ist einzigartig. Der heutige Gebäudekomplex wurde bereits Ende des 16. Jahrhunderts als ein privates Wohnhaus mit Weinschenke errichtet. Nachdem Wolfenbüttel vom Herzog die Stadt- und Marktrechte erhalten hatte, erwarb kurz danach der Rat der Stadt dieses Gebäude und benutzte es für seine Versammlungen.
Die beiden bekanntesten Kirchen Trinitatiskirche und Marienkirche hätten wir gern besichtigt, aber leider sind beide Kirchen montags geschlossen. Auch in die historischen Räume der Herzog-August-Bibliothek hatten wir leider keinen Zutritt, diese werden auf unbestimmte Zeit renoviert.


















































Aus meiner Sicht ist Wolfenbüttel unbedingt eine Reise wert. Die Anzahl der Fachwerkhäuser ist schier unendlich und die Stadt gut zu Fuß zu entdecken.


