Die niedersächsische Stadt Goslar ist vor allem berühmt durch Ihre Rolle als Kaiserpfalz und bekannt für ihre über 1.500 Fachwerkhäuser. Die Stadt liegt zwischen den nordwestlichen Ausläufern des Harzes mit dem Rammelsberg und dem äußersten Südende des Salzgitter-Höhenzugs.
1009 begann mit der ersten Reichssynode unter Heinrich II. die für Goslar wichtige Periode als eine zentrale Pfalz des Heiligen Römischen Reiches. Unter Heinrich III. entwickelte sich Pfalz zum Zentrum des Reiches: In 17 Regierungsjahren wurden in Goslar 18 oft mehrmonatige Hoftage abgehalten. Im 12. Jahrhundert hatte die Stadt etwa das Ausmaß der heutigen Altstadt erreicht und bildete mit dem Kirchenkreuz aus sieben Kirchen, der Stadtbefestigung und dem Ensemble aus Stiftskirche und Pfalz eine Residenzstadt, die von den Chronisten als das „Nordische Rom“ tituliert wurde.



Mein Mann und ich haben einen sonnigen Tag im März genutzt, um einen ausgiebigen Bummel durch die Stadt zu unternehmen. Goslar ist mit seinen hübschen Fachwerkhäusern sehr sehenswert. Wir haben uns durch die Gassen und Straßen treiben lassen und sind mal an der einen Ecke, mal andere anderen Ecke abgebogen. Gestärkt durch einen leckeren Eisbecher im Schuhhof bin ich anschließend die Stufen zum Turm (auch als Himmelsleiter bezeichnet) der Marktkirche St. Cosmas und Damian hinaufgeklettert und mit einem grandiosen Ausblick belohnt worden.
Die Marktkirche St. Cosmas und Damian ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude im Zentrum der Altstadt. Sie ist die Rats- und Hauptpfarrkirche der Stadt und ist benannt nach den Heiligen Cosmas und Damian. Die beiden Türme sind nahezu gleich hoch (Nordturm: 66 m, Südturm 65,4 m). Der Nordturm in seiner heutigen Gestalt wurde 1593 nach einem Brand (1589) als eine „offene Laterne“ mit einer welschen Haube errichtet. Darin befindet sich eine Türmerstube.












Das Kaiserhaus ist mit 54 Metern Länge und 18 Metern Tiefe der größte und zugleich besterhaltene Profanbau des 11. Jahrhunderts in Deutschland. Er diente insbesondere den Salierkaisern als bevorzugte Aufenthaltsstätte. Vor dem Kaiserhaus befinden sich Nachbildungen des Braunschweiger Löwen und die Reiterstandbilder der Kaiser Barbarossa und Wilhelm I. Da wir Goslar an einem Montag besucht hatten, konnten wir leider die Räumlichkeiten nicht von innen bestaunen. Das war nicht weiter tragisch, da ich mir 10 Jahre zuvor bereits die Innenräumlichkeiten ausgiebig angesehen hatte.






Die katholische Jakobikirche ist eine aus dem 11. Jahrhundert stammende dreischiffige, flach gedeckte Pfeilerbasilika mit Querhaus, Haupt- und zwei Nebenapsiden. Die Jakobikirche verfügt über eine umfangreiche Barockausstattung, die aus dem aufgehobenen Stift Riechenberg stammt. Dazu zählen der Hoch- und die beiden Seitenaltäre, ein Beichtstuhl und das Gestühl. Ältestes Ausstattungsstück ist die spätgotische Pietà von Hans Witten von 1520. Aus der lutherischen Zeit stammen Taufbecken, Kanzel und Orgelprospekt im Renaissancestil.



Das Ratsgymnasium ist eines der beiden Gymnasien in Goslar. Gegründet wurde es vermutlich um 1528, nach einem Aufruf Martin Luthers, christliche Schulen zu bauen. Die Schule hieß damals noch Marktschule und stand unter der Leitung des Theologen Michael Volumetius (1528–1542). Die Schule kann somit auf eine fast 500-jährige Geschichte zurückblicken und gehört damit zu den ältesten Schulen in Niedersachsen.
Das Siemenshaus ist ein Fachwerkhaus, welches von dem Kaufmann und Stadthauptmann Hans Siemens 1692/93 errichtet wurde. An der Haustür befindet sich in ornamentaler Holzschnitzerei der Leitspruch des Erbauers: ora et labora – bete und arbeite.
Die Hirsch-Apotheke war bis zum Jahr 2021 die älteste noch bestehende Apotheke von Goslar. 1780 als Kräuter- und Drogenhandlung am Schuhhof gegründet, bestand sie seit 1808 als Apotheke. Wegen ihres vollständig erhaltenen Biedermeier-Interieurs zählte sie zu den schönsten Apotheken Deutschlands. Noch heute kann das Interieur im dort befindlichen Café besichtigt werden.
Das Rathaus von Goslar steht zwischen Marktplatz und Marktkirche und wurde zwischen 1295 und 1326 erbaut. Das Erdgeschoss öffnet sich mit fünf Arkaden einer zweischiffigen, von Kreuzgewölben überspannten Halle zum Markt hin, die dem Handel und als Gerichtsort diente.
Das historische Gildehaus Kaiserworth ist ein ehemaliges Gebäude der Gewandschneider und wurde im Jahre 1494 auf den Grundmauern des ersten Gildehauses aus dem Jahre 1274 erbaut. Der eindrucksvolle spätgotische Bau mit seinen sechs zum Marktplatz geöffneten Arkaden sowie einem Schmuckerker und Fassadenfiguren zeugt von dem Reichtum der Besitzer und der Stadt in jener Zeit. Auf diesen Umstand verweisen insbesondere die Figuren der „Abundantia“, der Göttin des Überflusses, und des unter ihr hockenden „Dukatenmännchens“.












































Es war ein sehr vergnüglicher Ausflug bei bestem Frühlingswetter. Zwar waren die Museen geschlossen, dafür konnte man in Goslar zumindest montags die Kirchen besichtigen.
HIER, HIER und HIER gibt es Berichte von einem Ausflug nach Goslar von 2016.


