Freundschaft

Ein neuer Monat hat begonnen und so möchte ich wieder eine Bloggeraktion starten.
Dieses Mal soll es um das Thema Freundschaft gehen.
Freundschaft, das ist wie Heimat.
Kurt Tucholsky
(1890 – 1935)

Laut Wikipedia ist Freundschaft ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.
Interessanterweise wurde bis ins 16./17. Jahrhundert im Deutschen sprachlich nicht unterschieden zwischen Freundschaft und Verwandtschaft. Bereits in der Antike spielte Freundschaft eine wesentliche Rolle. Aristoteles beschrieb drei Motive, eine Freundschaft einzugehen: Freundschaft um des Wesens Willen, des Nutzens Willen und der Lust Willen.
Michel de Montaigne (1533-1592) hielt Frauen nicht der Freundschaft fähig – ihnen fehle die geistigen Fähigkeiten, um mit dem Mann mitzuhalten. Selbst Friedrich Nietzsche meinte noch im 19. Jahrhundert: „Noch ist das Weib nicht der Freundschaft fähig.“

Kleine Kinder sind naturgemäß noch sehr auf sich bezogen und noch nicht in der Lage, die eigenen Bedürfnisse auch mal zurückzustellen, Freundschaften sind in diesem Alter deshalb auf eine kurze Dauer beschränkt. Ältere Kinder suchen sich dann Freundschaften sehr bewusst aus, häufig unterscheiden sich diese Freunde charaktermäßig und vermitteln so neue Horizonte.
In der Pubertät spielen vor allem bei den Mädchen Freundschaften eine sehr wichtige Rolle, denn nun beginnt die Loslösung vom Elternhaus. Halten solche Freundschaften über die Pubertätszeit hinaus, dann können daraus seht intensive freundschaftliche Beziehungen entstehen, die ein Leben lang andauern. Im Erwachsenenalter sind Freunde laut der Forschung sich häufig ähnlich, das Erbgut gleicht fast dem einer Cousine 4. Grades. „Gleich und gleich“ gesellt sich eben gern. Neben ähnlichen Interessen verbindet auch das sehr vertrauliche Gespräch, in dem man sehr private Dinge preisgibt.
Gute Freundschaften können einen verlängernden Effekt auf die Lebenserwartung haben, wirken sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus, bauen Stress ab. Besonders intensiv ist dieser Effekt, wenn man sich persönlich trifft und gemeinsame Unternehmungen tätigt. Mitunter können Freundschaften als Ersatz für Familie fungieren und genauso viel Halt geben, wenn die Ursprungsfamilie entweder weit weg wohnt oder nicht mehr vorhanden ist. Menschen mit sehr engen familiären Bindungen haben oft weniger Freunde wie Menschen mit spärlicher Familienbande. In der modernen Zeit, wo Beziehungen der Liebe immer leichter zerbrechen, scheint die Freundschaft noch mehr an Bedeutung zu gewinnen. Aber auch Veränderungen in der Familiensituation, z. B. wenn Kinder das Haus verlassen, lässt die Zahl von Freundschaften wieder steigen. 
Gegenseitige Unterstützung ist vor allem bei weiblichen Freundschaften wichtig, bei Männer seht die gemeinsame Unternehmung im Vordergrund.
Freundschaften muss man pflegen und das kostet Zeit und zuweilen Kraft. Freundschaften können sehr unterschiedliche Facetten haben, inniger oder oberflächlicher sein.
Was mir in letzter Zeit zuweilen durch den Kopf geht, ist z. B. die Frage, ob die Teilung Deutschlands auch Einfluss auf die Art und Weise von Freundschaften, die man miteinander eingeht, gehabt hat, gibt es da vielleicht (qualitative) Unterschiede…? Gibt es vielleicht auch Unterschiede zwischen Nord und Süd?
Welche Bedeutung hat für Euch Freundschaft? Gibt es vielleicht eine nette Anekdote darüber?



Wer mag, kann dazu einen Post verfassen und ihn hier bis 31.08.2015 verlinken.
In der Sidebar befindet sich wieder ein Button, der Euch zu dieser Seite führt.

Die Neigung zur Freundschaft entsteht oft plötzlich, die Freundschaft selbst aber braucht Zeit.
Aristoteles
(384 – 322 v. Chr.)


15 comments
  1. Guten Morgen, liebe Lotta,
    das ist ein sehr schönes Thema! Ich bin gespannt auf die Beiträge, ich weiß nicht, ob ich es schaffe, einen passenden Beitrag zu schreiben……..
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und fröhlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  2. Guten Morgen und einen freunschaftlichen Gruß direkt schon mal vorneweg! Oja, Freunde bereichern das Leben ungemein! Ich wünsche dir einen tollen Tag und gehe noch ein wenig über den Wert einer freundschaft nachdenken!
    LG. Susanne

  3. Ich habe im Lauf der Jahre weniger Freunde als früher. Aber für einen großen Freundeskreis reicht die Zeit nicht. Lieber weniger gute als viele oberflächliche Freunde. Ich vermisse ein bisschen gute Freunde hier am Wohnort. Immer erst 20 km oder mehr fahren um sich zu sehen ist auch anstrengend. Und man fühlt sich an einem Ort wirklich erst zu Hause, wenn man da auch Freunde hat. Ich hoffe, dass sich einige Bekanntschaften zu richtigen Freundschaften weiter entwickeln, aber das braucht einfach Zeit. Das warte ich in aller Ruhe ab, erzwingen kann man das nicht.
    Liebe Grüße Donna G.

  4. Kaum habe ich eine Aufgabe bewältigt, steht die nächste ins Haus ;)) Freundschaft – ein ganz wunderbares Thema, liebe Lotta! Ich gehe mal in mich (und frag meine beste Freundin.. grins breit!) Herzliche Grüße und einen schönen warmen Tag, Nicole (die hofft, das der Klimaschock sich in Grenzen hält ;))

  5. Was für ein großartiges Thema, liebe Lotta! Freundschaft bereichert ungemein und hilft vor allen Dingen durch schlechte Zeiten leichter hinweg…
    An dieser Stelle nochmal ein herzlicher Dank für Deine lieben Zeilen 🙂
    Liebe Grüße,
    Sabine

  6. Hallo Lotta, ein gutes Thema, über das sich nachzudenken lohnt. Spontan fällt mir dazu ein, daß meine Familie ( verwitweter Vater und deutlich jüngere Geschwister) zu groß war und ich, obwohl ich ein kontaktfreudiger Mensch bin, nie die Zeit hatte, neben der Familie und dem Beruf auch noch Freunde zu haben und Freundschaften zu pflegen, was ich manchmal schon bedauert habe. Liebe Grüße Edith

  7. Schöner Post und hat mich dazu angeregt über Freundschaften nachzudenken.
    Unterschiede zwischen Nord und Süd, West und Ost schließe ich aber eher aus.
    Bin gespannt wie andere das sehen.
    Sonnige Grüße
    Jutta

  8. …ein sehr vielschichtiges und umfangreiches Thema, liebe Lotta,
    wie deine Ausführungen ja auch schon zeigen…(jetzt hätte ich fast ellenlangen geschrieben?!)…wenn ich es schaffe, einen Post zu schreiben (du weißt ja, dass ich eher mit Bildern erzähle und das geht bei dem Thema gar nicht), dann werde ich mich sicher auf einzelne Aspekte beschränken…aber auf welche? in meinem Kopf sind gerade einige Denkanstöße…

    lieber Gruß Birgitt

  9. Ein sehr schöner Text. Und erst auf den zweiten Blick erschließen sich die vielen Facetten von Freundschaft und die großen Unterschiede. Interessant (und manchmal anstrengend) auch, dass bei seinen Kindern zu erleben. Männerfreundschaften sind wieder ein anderes Ding.
    Dass wirklich gute Freundinnen von mir immer aus dem Osten kamen (obwohl ich ja insgesamt 18 Jahre gar nicht da lebte) ist wohl eher Zufall oder vielleicht auch ein gemeinsamer verbindender geschichtlicher Hintergrund. Jedenfalls habe ich in ganz Deutschland offene und liebenswerte Menschen getroffen, aber es waren immer eher gute Bekanntschaften auf Zeit. Wenn man viel umzieht in seinem Leben, ist es sicher schwerer, langlebige Freundschaften zu knüpfen.
    Liebe Grüße

  10. ich bekam gerade vor kurzem ein wunderbares kleines buch über freundschaft geschenkt 🙂 und habe vom glück gelesen, dass in einer freundschaft zu finden ist. ein schönes thema – ich mach mir gedanken!
    herzliche grüße von mano

  11. Hm, interessante Frage, welche Du stellt, Lotta.

    Würde mich auch interessieren, jedoch bin ich nicht der Experte was Freundschaften angeht. Darüber könnte ich keinen Artikel füllen ^^ bin jedoch sehr auf die Ergebnisse gespannt 🙂

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

  12. Freundschaft spielt in meinem Leben eine große Rolle, gerade habe ich eine Freundin, die mich für zwei Tage besuchte, wieder zum Bus gebracht. Eine 5 Jahre nach der Wende entstandene Ost-West-Fernfreundschaft, denn sie lebt in den USA, und doch so große Nähe… Mal schauen, ob ich was mehr schaffe aufzuschreiben. Lieben Gruß Ghislana

  13. Ich habe nur noch wenige Freunde. Die kann man wirklich an einer Hand abzählen. Die Menschen, die da sind, wenn es einem schlecht geht. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Ich bin allerdings auch jemand, der alles mit sich selber ausmacht. Bevor ich mich jemandem anvertraue ist das Thema meist schon gegessen. Also kann ich im Grunde niemandem einen Vorwurf machen. 😉

    LG

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