Heute macht der Himmel blau

Ein Blog über Fotografie, Reisen und Spuren im Sand.

Freyburg an der Unstrut, die Neuenburg und das Kloster Zscheiplitz

Die Winzerstadt Freyburg

Mein Mann und ich sind am ersten Maiwochenende bei hochsommerlichen Temperaturen auf Entdeckungstour in Mitteldeutschland unterwegs gewesen. Uns beeindruckt immer wieder, welche Vielseitigkeit dieser Landstrich zu bieten hat.

Das Städtchen Freyburg liegt im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) und ist Zentrum des Weinanbaugebietes Saale-Unstrut und staatlich anerkannter Erholungsort. Durch die geschützten Südhänge in Verbindung mit den kalkhaltigen Böden bietet das Saale-Untrut-Tal ideale Weinanbaubedingungen. Freyburg blickt auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte des Weinbaus zurück.

Der Ort Freyburg gehörte zum Territorium der Landgrafen in Thüringen, wurde 1203 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1261 Stadtrecht. Die Wirtschaft der Stadt wird seit 1856 durch die Sektherstellung geprägt. Heute hat die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH ihren Hauptsitz in Freyburg und ist mit jährlich über 100 Millionen verkaufter Flaschen (davon 65 Millionen Flaschen Rotkäppchen) Marktführer beim Sektverkauf in Deutschland. 

St. Marien ist die evangelische Stadtkirche von Freyburg. Die im 13. Jahrhundert in enger Anlehnung an den zeitgleich entstandenen Neubau des Naumburger Doms errichtete spätromanische Basilika wurde im 15. Jahrhundert teilweise umgebaut und erhielt dadurch ihr heutiges Erscheinungsbild, welches von einer Verbindung romansicher und gotischer Elemente geprägt ist. Leider standen wir auch bei dieser Kirche vor verschlossenen Toren.

In Freyburg befindet sich das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum. 1816 erschien von Friedrich Ludwig Jahn, auch TurnvaterJahn genannt, die Schrift „Die Deutsche Turnkunst„, die den Grundstein der Turnbewegung legte. Jahns Turnbegriff umfasste neben vielfältigen Turnarten und -übungen auch eine eigene Turnerkleidung und -sprache. 

Kloster Zscheiplitz

Zscheiplitz ist ein Ortsteil von Freyburg und nach einem kleinen Fußmarsch entlang der Weinhänge gut zu erreichen.

Das Kloster Zscheiplitz (später auch Rittergut) war ein ehemaliges Benediktinerinnen-Kloster. Das Kloster wurde möglicherweise um das Jahr 1041 nach Gründung eines Klosters in der Burg Goseck als neuer Sitz des Pfalzgrafen von Sachsen erbaut. Der Wasserturm ist als Bergfried mit Zinnen ausgebildet und stammt aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts.

Leider standen wir vor verschlossenen Türen, obwohl im Internet Öffnungszeiten ausgewiesen waren.

Schloss Neuenburg

Schloss Neuenburg ist eine Höhenburganlage auf dem spornartigen Ausläufer einer Hochfläche oberhalb der Winzerstadt Freyburg. Bei Schloss Neuenburg handelt es sich um die einstmals größte Burg und eine der ältesten und wichtigsten Burgen der Landgrafen von Thüringen. Ein besonderes architektonisches Kleinod ist die um 1180 errichtete Doppelkapelle. Vom Schloss aus hat man einen wunderbaren Blick ins Tal und auf die Unstrut.

Die Neuenburg ist eng verbunden mit der Geschichte der Ludowinger, von denen man annimmt, dass sie in den 1030er Jahren aus Mainfranken nach Thüringen kamen. Die Burg ist deutlich zweigeteilt: zum einen die Kernburg mit dem sogenannten Schlossbau und der Küchenmeisterei und zum anderen die ältere Vorburg, die von Galerieflügeln umrahmt wird.

Der Bergfried, auch als „Dicker Wilhelm“ bezeichnet, war ursprünglich einer von drei Türmen, misst 14 Meter im Durchmesser und diente eher als Wohnturm.

Bei unserem Besuch des Schlosses trafen wir auf ein Mittelalterfest. Das bunte Treiben war sehr schön anzusehen, verhinderte aber ein wenig, das Schloss in Ruhe für sich zu entdecken. Wir werden wiederkommen.

Öffnungszeiten:

April bis Oktober: 10-18 Uhr

November bis März: 10-17 Uhr.

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