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Die sächsische Kleinstadt Tharandt

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Im Rahmen unseres Besuches des Forstbotanischen Gartens in Tharandt haben wir uns auch einen Teil der Kleinstadt angesehen. Die Verbindung zwischen östlichen und westlichen Teil des Gartens, die Zeisiggrundbrücke, war wegen Sanierung gesperrt. Wir waren so gezwungen, einen kleinen Fußmarsch durch Tharandt zurückzulegen, was sich nicht unbedingt als Nachteil erwies.

Tharandt liegt im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und wurde erstmals indirekt in einer Urkunde vom 21. Januar 1216 erwähnt. Tharandt war bis 1568 und ab 1827 Sitz des Amtes Grillenburg-Tharandt.

Ende des 18. Jahrhunderts setzte langsam der Tourismus ein. Amtschirurg Johann Gottfried Butter entdeckte 1792 zwei Mineralquellen, die Sidonien-und Heinrichs-Quelle, so dass eine kurze Blütezeit als Badeort mit einer direkten Straßenverbindung nach Dresden einsetzte.

Mit der privaten Forstlehranstalt, die Heinrich Cotta mit seiner Anstellung bei der sächsischen Forstvermessungsanstalt im Jahr 1811 von Zillbach in Thüringen nach Tharandt mitbrachte, wurde Tharandt zur Gelehrten- und Studentenstadt. 1816 wurde die Lehranstalt zur Königlich-sächsischen Forstakademie erhoben und zwischen 1929 und 1941 als Forstliche Hochschule Tharandt in die Technische Hochschule Dresden integriert.

Der Ort an der Wilden Weißeritz erfreut sich immer mehr bundesweiter Bekanntheit, weil man von hier hervorragend seine Touren in den sehr gut erschlossenen Tharandter Forst beginnen kann.

Burg Tharandt

Der Sage nach wurde laut dem Historiker Adam Ursinus (1524–90) die Burg Tharandt erstmals 1190 erwähnt. Heute gilt als gesichert, dass Markgraf Dietrich von Meißen nach der Zerstörung der benachbarten Burg Thorun zwischen 1206 und 1215 die Burg Tharandt als kleine Wehranlage zum Schutz vor den Burggrafen von Dohna errichten ließ. 1224 stürmte Ludwig von Thüringen die Burg. Unter diesem Feldzug brannte die Burg ab.

Unter Markgraf Heinrich dem Erlauchten errichtete man 1240 bis 1256 die in Resten heute noch existierende Burg. Zwischen 1371 und 1400 war die Burg an die Grafen von Schönburg verpfändet. Während dieser Zeit wurden die Befestigungsanlagen so ausgebaut, dass die Burg als eine der stärksten des Landes galt. Sie diente zudem als Amtssitz des Amtes Tharandt.

Im späten 15. Jahrhundert erfolgte eine wohnlichere Ausstattung für die Herzogin Sidonie, welche ab 1476 zeitweise auf der Burg residierte und ab 1500 dort ihren Witwensitz hatte. Ab dieser Zeit wurde die Burg auch als Schloss bezeichnet.

1568 schlug der Blitz in die Burg ein. Nach der 1579 erteilten Abbruchgenehmigung durch den Kurfürsten August von Sachsen begann ab 1582 der Abriss der Mauern zur Gewinnung von Baumaterial durch die Bevölkerung und der Besitzübergang der Anlage an die Kommune. 

Von der Burg aus hat man einen schönen Blick ins Tal auf die Stadt Tharandt. Der Aufstieg ist entspannt.

Bergkirche „Zum Heiligen Kreuz“ 

Die große Saalkirche „Zum heiligen Kreuz“ mit vorgelagertem Westturm ist weithin sichtbar über dem Tal der Weißeritz gelegen und wurde auf dem Gelände der geschleiften Unterburg der Burg Tharandt unter Verwendung älterer Bausubstanz in den Jahren 1626–1630 errichtet. Nach Brand von 1807 wurden das Innere und der Turm erneuert. Restaurierungen erfolgten in den Jahren 1927 ,1979/1980 und 2009.

Das Innere der Kirche konnten wir leider nicht bestaunen, denn die Kirchenpforte war verschlossen. Weithin sichtbar prangt ein schöner Bibelspruch am Turm, der sehr gut in die aktuelle Zeit passt: „Seelig sind, die Frieden stiften.“ (Matthäus 5,9)

Das Neue Schloss

Neben der Burgruine erhebt sich das neue Schloss Tharandt. Dieses Stadtschloss wurde 1858–1861 vom Bildhauer Waldemar Ariel Graf von der Recke-Volmerstein (1831–79) anstelle eines Landhauses als Atelier erbaut. 

1866 erwarb es der polnische Botaniker, Maler und Kunstsammler sowie königlich-preußische Kammerherr und Absolvent der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität Michael Jérôme Graf Leszczyc-Sumiński (1820–98). Er baute es im maurisch-orientalischen Tudorstil um und vererbte es 1898 seinem Stiefsohn Baron Franz von Recum (1863–1930).

1936 bekam das Schloss nach einem Brand sein heutiges Aussehen. Von 1937 bis 2000 nutzten es verschiedene Einrichtungen, wie die Forstlehranstalt Tharandt. Seit 2002 ist es in Privatbesitz. 

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