Heute macht der Himmel blau

Ein Blog über Fotografie, Reisen und Spuren im Sand.

Querfurt

Lesedauer:

2–3 Minuten

/ Veröffentlicht am:

Im Mai haben wir unsere Erkundungstour durch Sachsen-Anhalt fortgesetzt und die geschichtsträchtige Stadt Querfurt besucht.

Querfurt ist eine westlich von Halle gelegene Stadt im Saalekreis. Die fruchtbaren Schwarzerdeböden der Querfurter Platte lockten bereits in der Ur- und Frühgeschichte Menschen in die Region. Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in das 8. Jahrtausend v. Chr. zurück. Querfurt war die Stammburg der Edlen Herren von Querfurt. 974 wird als Geburtsjahr des heiligen Brun von Querfurt als der erste beurkundete Vertreter dieses Adelsgeschlechts angegeben.

Obwohl große Teile der Innenstadt im 17. Jahrhundert durch zwei schwere Brände zerstört wurden, ist der mittelalterliche Straßenplan von Querfurt noch heute gut erkennbar. Das Frührenaissance-Rathaus am Marktplatz und die spätgotische Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert sind die bedeutendsten historischen Gebäude der Altstadt. 

Burg Querfurt

Die Höhenburg gehört zu den größten mittelalterlichen Burgen in Deutschland und nimmt eine Fläche ein, welche die Wartburg sieben Mal aufnehmen könnte. Vom Burggelände sind bereits frühbronzezeitliche Funde bekannt.

Aus dem 10. Jahrhundert stammen die Spuren der ältesten erhaltenen Bausubstanz, bei der es sich um Teile der inneren Ringmauer und des Korn- und Rüsthauses handelt. Im Jahr 1004 wurde zeitgleich mit der Stiftung einer Burgkapelle ein Chorherrenstift gegründet, dem ab 1162 die Errichtung einer romanischen Kirche mitten auf dem Burghof folgte. 

Anfang des 12. Jahrhunderts erfolgte der Bau des Dicken Heinrichs, dem Anfang des 13. Jahrhunderts die Errichtung des Marterturms und Anfang des 14. Jahrhunderts der Bau des Pariser Turms folgten. Um 1350 kam die äußere Ringmauer hinzu. Im Jahr 1663 machten die reichsunmittelbaren Fürsten von Sachsen-Querfurt die Anlage zu ihrer Residenz und damit Querfurt zur Hauptstadt ihres Territoriums. Von 1660 bis 1668 wurde deshalb das sogenannte Fürstenhaus erbaut.

Türme und Burgkapelle

Der Dicke Heinrich, ein Rundturm aus dem 12. Jahrhundert ohne Fenster, Kamin und Abort, ist der einzige romanische Turm auf der Burg. Seine Höhe beträgt 27,50 Meter, der Durchmesser unten 14 Meter und die untere Mauerstärke 4,35 Meter. 

Der untere Teil des sogenannten Marterturms entstand in Form eines Wohnturmes Anfang des 13. Jahrhunderts. Im 14. Jahrhundert wurde er aufgestockt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg diente er nur noch als Kornspeicher.

Im Pariser Turm aus dem späten 14. Jahrhundert, der ursprünglich Hausmannsturm hieß, befindet sich ein Turmverlies. Seine barocke Haube erhielt er 1659. Die Spitze ist 57 Meter hoch. Bis 1969 Dienste er als Feuerwachturm, heute kann er als Aussichtsturm bestiegen werden.

Die Burgkapelle war Stiftskirche und „Unsere(r) liebe(n) Frau off der Burg Quernford“ geweiht. Sie diente seit 1323 als Grablege der Grafen von Querfurt. Von 1698 bis 1716 erfolgte ein barocker Umbau, dabei wurde eine mit Muschelornamentik verzierte Öffnung in den Vierungsturm geschaffen. Die Kirche ist leider nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Auf der offiziellen Webseite der Burg findet man Bilder des Inneren der Kirche.

Friedhof Querfurt

Der Friedhof Querfurt ist ein denkmalgeschützter Friedhof. Der Stadtfriedhof wurde zur Zeit der Reformation im nördlichen Teil der Stadt angelegt. Die ältesten Grabmale stammen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die steinernen Monumente aus fünf Jahrhunderten zeigen, dass die Steinmetze der Region schon immer bekannt waren für ihre hervorragenden Arbeiten.

Zum Stöbern

Schafe

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert