Heute macht der Himmel blau

Stippvisite in Saalfeld

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An einem Sonntag im Februar sind wir spontan nach Thüringen aufgebrochen, um die wenigen Sonnenstrahlen, die der Februar bis dahin für uns übrig hatte, für einen Bummel zu nutzen. Saalfeld war mir bereits bekannt durch seine Feengrotten, das Zentrum der Stadt hatte ich aber noch nicht besucht.

Saalfeld liegt im Tal der Saale, die der Stadt einst ihren Namen gab. Eine erste urkundliche Erwähnung als Salauelda durch Kaiser Arnulf von 899 gilt unter fast allen Historikern als gesichert. 1071 gründete der Kölner Erzbischof Anno II. hier das Benediktinerkloster St. Peter und Paul. Der Ort entwickelte sich schnell zum kirchlichen Machtzentrum im östlichen Thüringen. 1208 erhielt Saalfeld als vierter Ort in Thüringen das Stadtrecht. Als erste Wirtschaftszweige sind ab 1258 die Saaleflößerei und ab dem späten 13. Jahrhundert der Bergbau bekannt. 

Saalfeld gelangte im Jahr 1389 von den Schwarzburgern an die Wettiner, in deren Besitz es bis zur Novemberrevolution und Abschaffung der Monarchien in Deutschland 1918 blieb. 1517 zerstörte ein Stadtbrand große Teile Saalfelds. Beim folgenden Wiederaufbau erhielt die Stadt ihr heutiges, durch Renaissancebauten geprägtes Bild. Es entstanden unter anderem das heutige Rathaus (1529 bis 1537), die Münze (1551) sowie viele Bürgerhäuser und etwas später auch die Stadtapotheke (1617 bis 1620).

Herzog Albrecht machte 1675 Saalfeld zu seiner Residenz und begann 1677 mit dem Bau von Schloss Saalfeld, das dann nach der Erbteilung 1680 von seinem jüngeren Bruder Johann Ernst übernommen und bis 1726 vollendet wurde. Es entstand auf dem Gebiet des ehemaligen Benediktinerklosters, welches dafür weichen musste. Das Schloss dient heute als Sitz der Verwaltung des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt. Wie schon zu damaliger Zeit ist der Schlosspark frei zugänglich. Hier finden sich heute kleine Gehege in Form eines Mini-Zoos.

Das Rathaus am Marktplatz entstand nach dem Stadtbrand von 1517 in der Zeit zwischen 1529 und 1537 und gilt als eines der bedeutendsten Renaissance-Rathäuser Thüringens. Im Hof steht das ehemalige Saalfelder Amtsgefängnis, „Hutschachtel“ genannt, das heutige Stadtarchiv.

Die Johanneskirche ist die Stadtkirche von Saalfeld, ihre beiden 64 Meter hohen Türme sind weithin sichtbar. Eine Besonderheit ist ihre seltene Außenkanzel. Immerhin konnten wir sie aufgrund ihrer Lage außerhalb der Kirche bewundern, die Kirche selbst war geschlossen. Leider stehen wir oft vor verschlossenen Kirchentüren, nun auch an einem Sonntag.

1914 wurden die Feengrotten öffentlich zugänglich gemacht, nachdem sie bereits 1910 in alten Bergwerksstollen entdeckt worden waren. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt bei Bombardements stark beschädigt, Angriffsschwerpunkte waren hierbei die umfangreichen Eisenbahnanlagen.

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