Auf den Spuren von Ringelnatz
Den sonnigen Pfingstmontag haben wir genutzt, um auf den Spuren von Ringelnatz einen Bummel durch Wurzen zu unternehmen. Mit einer über 1050 alten Geschichte zählt Wurzen zu den ältesten Ansiedlungen Sachsens. Die im Jahre 961 erstmals erwähnte Stadt ist eine große Kreisstadt ca. 30 km von Leipzig entfernt. Als Geburtsort des Dichters Joachim Ringelnatz führt die Stadt inoffiziell den Beinamen Ringelnatzstadt.
Auf der Wurzener Stadtflur konnte durch jüngere archäologische Grabungen im Crostigall eine Siedlungskontinuität von etwa 6000 Jahren nachgewiesen werden. Die ältesten Siedlungszellen der heutigen Stadt sind slawischen Ursprungs. Ende des 15. Jahrhunderts verlegten die Meißner Bischöfe ihre Residenz nach Wurzen, die Kirche des Kollegiatstifts wird seitdem als Dom bezeichnet.
Schloss und Dom
Das Schloss Wurzen wurde von 1491 bis 1497 in spätgotischem Stil mit Elementen der Frührenaissance von dem Meißener Bischof Johann VI. von Saalhausen als Bischofsresidenz erbaut. Das Schloss war Residenz der Bischöfe von Meißen bis 1581 und danach bis 1856 Sitz des Stiftsamtes Wurzen. Heute residiert im Schloss ein Hotel. Neben dem Schloss liegt der Wurzener Dom St. Marien, der mit seinen beiden jeweils 42 Meter hohen Türmen markant das Stadtbild prägt. Leider konnten wir den Dom nicht von innen besuchen, weil gerade ein Gottesdienst stattfand.












Joachim Ringelnatz
Joachim Ringelnatz wurde am 7. August 1883 in Wurzen als Hans Gustav Bötticher geboren und starb am 17. November 1934 in Berlin. Er war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler und ist vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt. Das Ringelnatz-Geburtshaus wurde nach langjähriger, umfangreicher Sanierung am 21. April 2023 als Literaturhaus und Kunstbühne feierlich wiedereröffnet.







Der Ringelnatz-Verein hat im Stadtbereich 13 Stelen aus Ton aufstellen lassen, die markanten Punkte durch die historische Altstadt Wurzens aufzeigen. Mit dem Spaziergang werden Besucher an den Sehenswürdigkeiten der Ringelnatzgeburtsstadt entlang geführt. An jeder Stele ist ein Auszug eines Ringelnatz-Gedichtes zu lesen.
Weitere Impressionen der Stadt
Wenn man auf der Bundesstraße aus Richtung Leipzig kommt, sieht man über der weiten Ebene eine Reihe von Türmen am Horizont. Zwei der gigantischen Türme gehören zu den Gebäuden der ehemaligen Krietschmühle, heute Wurzener Nahrungsmittel GmbH. Mit dem Kauf der Stadtmühle 1847 begann die Getreideverarbeitung als bestimmender Wirtschafts-zweig in Wurzen.
Durch Wurzen führt die älteste deutsche Ferneisenbahnlinie Dresden-Leipzig. Die Umgebung der Stadt ist geprägt von der einzigartigen Flusslandschaft der Mulde.
































































In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.Joachim Ringelnatz


