Mein Mann und ich haben einen sonnigen Tag Ende März dafür genutzt, um wieder einmal den Urnenhain Tolkewitz und den Johannisfriedhof in Dresden, die beide nebeneinander liegen, zu besuchen. Beide Teile gehören zu den schönsten Friedhöfen Deutschlands.
Viele alte Grabmale und Bauten beeindrucken durch Gestaltungselemente des Jugend- und des Reformstils. Viele der Gräber wurden von bekannten Bildhauern erschaffen und zeugen von einer erstaunliche Vielfalt der Urnengestaltung.
Der Urnenhain Tolkewitz ist ein Waldfriedhof im Dresdner Stadtteil Tolkewitz, auf dem ausschließlich Urnenbestattungen stattfinden und mit einer Größe von 70.500 Quadratmetern der sechstgrößte Friedhof Dresdens. Das im Jahre 1911 errichtete Krematorium im Reformstil galt in den 1920er Jahren als beliebte Touristenattraktion, konnte für 25 Pfennige besichtigt werden und fand auf Postkarten Verbreitung.
Der ev.-luth. Johannisfriedhof wurde 1875 nach Vorbild des Wiener Zentralfriedhofes angelegt. Den repräsentativen Mittelpunkt bildet die von Paul Wallot 1894 errichtete Kapelle im Eingangsbereich an der Wehlener Straße. Der Friedhof beherbergt zahlreiche Grabmale von hohem künstlerischen Wert, vorrangig in Formen des Historismus oder des Jugendstils.
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben auf dem Johannisfriedhof ihre letzte Ruhe gefunden. Es findet sich zum Beispiel aber auch das Grabmal der letzten in Sachsen öffentlich hingerichteten Frau, deren Gnadengesuch der sächsische König in letzter Minute ablehnte. Das dunkelste Kapitel seiner Geschichte erlebte der Johannisfriedhof im Februar 1945. In den Tagen nach dem 13. Februar 1945 wurden über 3700 Opfer des Bombenangriffs auf Dresden bestattet.
- Eine Liste bedeutender Grabmale des Urnenhain Tolkewitz findet sich HIER.
- Eine Liste von bedeutenden Grabmalen des Johannisfriedhofes findet sich HIER.



































