Heute macht der Himmel blau

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Eine Spazierrunde rund um Wolkenburg

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2–3 Minuten

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An einem schönen Spätsommertag haben sich mein Mann und ich aufgemacht, um uns Wolkenburg an der Zwickauer Mulde und das dazugehörige Schloss näher anzusehen. Der Ort gehört zur sächsischen Stadt Limbach-Oberfrohna im Erzgebirgsvorland und ist nur rund 45 min vom Leipziger Süden entfernt.

Wiprecht von Groitzsch gründete die Siedlung Wolkenburg um 1103. Im Jahr 1308 wurde erstmals eine Kirche in Wolkenburg erwähnt. In dieser Zeit entstand auch das spätere Schloss als Burganlage. Die malerisch auf dem Felsvorsprung emporragende „Wolkenburg“ gab dem Ort seinen Namen.

Im Mittelalter wechselten die Burgherren sehr häufig. Durch Kauf wurde im Jahr 1443 die Familie von Kauffungen Besitzer der Herrschaft Wolkenburg. Nach dem missglückten Altenburger Prinzenraub am 7. Juli 1455 wurde Kunz von Kauffungen, der Besitzer der Mühle von Wolkenburg und des Ritterguts Kaufungen, enthauptet. Die Familie von Kauffungen musste ihre Herrschaft verlassen, welche an den Kurfürsten von Sachsen fiel.

Schloss Wolkenburg

Haubold von Ende verkaufte die Herrschaft Wolkenburg im Jahr 1627 an Heinrich Hildebrand von Einsiedel. Die mittelalterliche Burg wurde ab 1635 von der Familie von Einsiedel zum Renaissanceschloss, später zum Barockschloss umgestaltet. 

Nachdem Detlev Carl von Einsiedel im Jahr 1776 in den Besitz der Lauchhammerwerke gekommen war, ließ der Graf ein Verfahren zur Herstellung gusseiserner Großplastiken entwickeln. Einige davon sind im Schlosspark zu bewundern. Während der letzten großen Umbauphase des Schlosses in den 1780er Jahren ließ der Graf von Einsiedel den Park nach der damaligen Mode als englischen Landschaftsgarten anlegen.

Der in den Grafenstand erhobene Familienzweig derer von Einsiedel besaß das Schloss Wolkenburg und das dazugehörige Gut bis zur Enteignung durch die Bodenreform. Nach 1945 wurde das Schloss zu Wohnzwecken, zum Teil auch für den Schulbetrieb genutzt. Erst seit 1995 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich, fanden seit dem Jahr 2000 umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten statt, die nun weitgehend zum Abschluss gekommen sind.

Am 22. Mai 1848 wurde der Maler Fritz von Uhde auf Schloss Wolkenburg geboren. Das Schloss ist Mittwoch bis Samstag von 14-17 Uhr geöffnet und am Sonntag/Feiertag von 11-17 Uhr. Wir waren für einen Besuch der Innenräume leider zu zeitig vor Ort.

Neue Kirche

Unterhalb der Schlossanlage befindet sich die Neue Kirche (auch: Sankt-Mauritius-Kirche), die als eine der bedeutendsten und stilreinsten Dorfkirchen in klassizistischer Bauweise gilt. Detlev Carl Graf von Einsiedel ließ sie wegen Baufälligkeit der alten Kirche im altgriechischen Tempelstil durch den Dresdner Hofbaumeister Johann August Giesel errichten.

Die Jehmlich-Orgel mit 22 klingenden Stimmen stammt aus dem Jahr 1904 und wurde 100 Jahre später, 2004, umfassend saniert. Die auf einem Felsen errichtete Kirche ist durch eine Brücke mit dem Park vom nahegelegenen Schloss Wolkenburg verbunden. Vor der Schlosskirche steht ein Denkmal des kunstsinnigen Grafen Detlev Carl Einsiedel.

Die Alte Kirche St. Georgen und St. Moritz wurde erstmals im Jahr 1308 erwähnt und diente später als als Erbbegräbnis der Grafenfamilie Einsiedel. Sie ist heute umgeben vom Friedhof des Ortes.

Wolkenburger Mühle

Die Wolkenburger Mühle wurde 1472 erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente als Mahlmühle, Sägemühle, Ölmühle, Farbmühle und Bäckerei. Zweimal brannte die Mühle in ihrer Geschichte fast vollständig nieder, mehrfach wurde sie durch Hochwasser schwer beschädigt. Heute fungiert sie als kulturhistorisch wertvollste Industriemühle im Freistaat Sachsen. Die Getreidemühle kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden.

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