Wenn die Kinder flügge werden, kommt es mitunter vor, dass man als Mutter so einige Hunderte Kilometer mit dem Auto zurücklegen muss, um den Nachwuchs in seinem neuen Wirkungskreis zu besuchen. So führte mich der Weg nach Großostheim.
Das fränkische Großostheim, reizvoll zwischen der Mainebene und den Ausläufern des Naturparks Odenwald gelegen, bildet mit den Ortsteilen Pflaumheim, Wenigumstadt und Ringheim und seinen ca. 16.500 Einwohnern den Mittelpunkt des Bachgaues.
Großostheim wartet auf mit einem Marktplatz, einem Rathaus und Teilen einer Stadtbefestigung, ist aber laut Web keine Stadt, sondern ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg. Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert mit 148 denkmalgeschützten Häusern prägen den gesamten Ortskern rund um den Marktplatz.
Im Fachwerkhof Nöthig-Gut am Marktplatz, einem ehemaligen Lehenshof der Mainzer Dompröpste (1537–1629), sind das Bachgau-Museum und die Musikschule untergebracht. Das Gotische Haus im Nöthigsgut lässt sich mit seiner Bausubstanz auf das Jahr 1421 datieren und ist somit das älteste Fachwerkhaus im Landkreis.
Von der im 19. Jahrhundert geschleiften Stadtbefestigung stehen noch der Spitze Turm (Gefängnisturm mit Verlies), der Stumpfe Turm (Pulverturm), der Hexenturm, in dem zwischen 1602 und 1603 elf Frauen dem im Kurfürstentum Mainz grassierenden Hexenwahn zum Opfer fielen und ein kleiner Rest der früher etwa zwei Kilometer langen Stadtmauer.
Ostheim, seit dem 17. Jahrhundert Großostheim genannt, wurde erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt, welches zwischen 780 und 799 entstand. Heutzutage gehören 55,8 % der Bürger dem katholischen und 10 % der evangelischen Kirche an.
Die katholische Kirche St. Peter und Paul ist eine zum Gedächtnis der Apostel Petrus und Paulus geweihte Pfarrkirche am Marktplatz und präsentiert im Inneren eine Beweinung Christi von Tilman Riemenschneider (1460-1531).
Großostheim ist bekannt für seine Weiß- und Rotweine und das gute heimische Bier. Die Eder & Heylands Brauerei aus Großostheim braut mittlerweile in 4. Generation hochwertige Markenbiere, so auch die Schlappeseppel-Biere, vor allem das legendäre „Seppel’sche“ in der urigen Bügelflasche.*
Meine Fotos entstanden bis auf wenige Ausnahmen mit dem Handy.
















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