Heute macht der Himmel blau

Ein Blog über Fotografie, Reisen und Spuren im Sand.

Seligenstadt

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Im Juni habe ich meine jüngste Tochter in Aschaffenburg besucht. Im Rahmen dieses Aufenthaltes haben wir an einem sonnigen Samstagmorgen einen kleinen Bummel durch Seligenstadt unternommen.

Seligenstadt ist eine Stadt am Main in Hessen an der Grenze zu Bayern. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Stadt vom 11. Januar 815 geht auf eine Schenkungsurkunde zurück.

Nachdem der Gelehrte Einhard das fränkische Domanialgut Obermulinheim 815 von Ludwig dem Frommen als Schenkung erhalten hatte, begründete er hier ein Benediktinerkloster, welches später zum Wallfahrtsort wurde. 1925 wurde die Einhard-Basilika St. Marcellinus und Petrus durch Papst Pius XI. zur päpstlichen Basilica minor erhoben.

Schon seit dem neunten Jahrhundert gibt es eine ständige Verbindung über den Main, da das Seligenstädter Kloster das Recht hatte, Personen und Güter auf die andere Mainseite zu befördern. Die heutige Mainfähre ist eine frei fahrende Wagenfähre und ist seit 1971 in Betrieb. 

Seligenstadt besitzt eine Vielzahl von historischen Gebäuden und Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die teilweise unter Denkmalschutz stehen. Fast alle Häuser der Altstadt sind in fränkischer Fachwerkbauweise erbaut.

Auf dem Marktplatz von Seligenstadt herrschte am Samstagmorgen emsiges Treiben. Viele Händler boten ihre Ware feil. Wer kulinarische Köstlichkeiten erwerben wollte, hatte reichlich Auswahl. Um schöne Ansichten von der Stadt einzufangen, war der Menschenauflauf allerdings weniger geeignet. Aus diesem Grund sind auf meinen Bilder keine Ansichten vom Rathaus, vom Romanischen Haus oder dem Einhardhaus zu sehen. Das macht aber nichts, denn die Fachwerkstadt ist so lohnenswert, dass jeder selbst auf Entdeckungsreise gehen sollte.

Kloster Seligenstadt

Das Kloster Seligenstadt war eine Benediktinerabtei, welche vom 9. bis ins 19. Jahrhundert bestand. Kirchlich war das Kloster dem Erzbistum Mainz zugeordnet und hier dem Archidiakonat St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Es gehörte zur Ordensprovinz Mainz-Bamburg. Der Erzbischof kontrollierte Besitz und Vermögen des Klosters und musste die Wahl des Abtes genehmigen.

In der Reformationszeit wurde die Abtei 1525 im Bauernkrieg durch die Stadtbürger, die sich mit den Bauern verbünden, angegriffen und geplündert. Auch während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Abtei mehrfach geplündert und beschädigt, die Mönche vertrieben. Erst ab dem Ende des 17. Jahrhunderts erlebte das Kloster eine neue Blüte. Die Anlage wurde in barocken Formen erneuert und prächtig ausgestaltet.

1802 besetzten Truppen des Landgrafen Ludwig X. von Hessen-Darmstadt das Kloster und lösten es als geistliche Einrichtung auf. Die Klosteranlage verblieb seit der Säkularisation in staatlicher Hand und gehört heute dem Land Hessen.

Das älteste, noch in seiner ursprünglichen Form erhaltene Gebäude der Klosterstadt ist die Öl- und Getreidemühle aus dem Jahr 1574. Die ehrenamtlichen Klosterbäcker backen jeden Donnerstagmorgen ca. 230 original Seligenstädter Klosterbrote nach dem alten Familienrezept der Traditionsbäckerei Haas. 

Sehr zu empfehlen ist ein Rundgang durch den rekonstruierten rund 8000 Quadratmeter großen Konventgarten mit seinen Nutz- und Zierpflanzen, dem Apotheker- und Kräutergarten sowie der Orangerie. Das Kloster-Café ist außer montags täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr und bietet ein reichhaltiges Angebot an ausgewählten Kaffee- und Teespezialitäten, an herzhaften Gerichten sowie an Kuchen und Torten der Traditionsbäckerei Haas.

Öffnungszeiten

März – Oktober
Dienstag – Sonntag, 10:00-17:00 Uhr
(Museumsshop und Kasse 9:30-17:30 Uhr)

November – Mitte Dezember 
Dienstag – Sonntag, 10:00-16:00 Uhr
(Museumsshop und Kasse 9:30-16:30 Uhr)

Montags geschlossen.

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