Menschen…

…die einen seit Jahren begleiten, ohne es zu wissen…
Kennt Ihr die?

Jeden Tag fahre ich rund zehn Kilometer quer durch die Stadt, um auf Arbeit zu gelangen.
Fast jeden Tag treffe ich dabei am Straßenrand auf mir mittlerweile bekannte Gesichter. 
Da sind zum Beispiel Eltern mit ihren Kindern, die auf den Schulbus warten, oft stehen sie angeregt im Gespräch zusammen. Eine der Mütter scheint dabei sehr gern das Wort zu ergreifen, denn man sieht sie meist wild gestikulierend in die Runde blickend.

Eine andere Mutter beobachte ich seit einiger Zeit, wie sie mit ihren zwei kleinen Jungs die Straße entlang kommt, mit stolzem Schritt und sehr aufrechtem Gang, nie sieht man sie unfrisiert oder nachlässig gekleidet.
Und dann ist da noch der ältere Herr, der vor meinen Augen aus der Straßenbahn steigt, immer mit seiner Aktentasche bewaffnet. In der letzten Zeit scheint er etwas gekrümmt zu gehen, sein Schritt wirkt schwerfälliger und ich frage mich, ob es nur sein Alter ist, welches ihn niederdrückt.
Ein weiterer etwas jüngerer Mann zaubert mir jeden Tag ein Schmunzeln auf die Lippen. Er schreitet mit großen…sehr großen …Schritten voran, die Jacke meist offen, die Arme, die irgendwie zu groß wirken, schlenkern herum, an einer Hand trägt er einen Stoffbeutel…

An einer der zahlreichen Ampeln stehend, beobachte ich täglich die anrührende Szene, wie ein Vater mit seinen beiden kleinen Kindern aus dem Haus tritt, die Mutter aus dem Fenster schaut und allen dreien hinterher winkt.
Ein junger Mann so um die Zwanzig rennt täglich der Straßenbahn hinterher, jeden zweiten Tag hat er das Nachsehen.
Wenn ich auf dem Nachhauseweg bin, dann begegnet mir fast täglich ein jüngerer Mann auf einer Parkbank, neben sich hat er sein Fahrrad abgestellt. Manchmal liest er etwas, manchmal schaut er auch nur in der Gegend herum. Seit diesem Sommer befindet er sich in Begleitung…eine junge Frau hat sich dazugesellt.

Ich mag diese mir so vertrauten Alltagsszenen, sie gehören zu meinem Leben dazu…

38 Responses to “Menschen…”
  1. Liebe Lotta,
    ich mag sie auch, deine Alltagsszenen – die fotografierten und die erzählten.

    Ganz liebe Grüße
    Christiane

  2. Stimmt, diese Alltagsszenen mag ich auch gerne. Auch wenn man sie sich manchmla wieder ins Bweusstsein rufn muss. Aber genau diese Menschen gehören zu meinem Alltag dazu 🙂 Besten Dank für deinen Einblick.
    Liebe Grüsse Alizeti

  3. Guten Morgen liebe Lotta,
    ein schöner Post! Ja, so hat jeder seine Alltagsszenen, die er nicht mehr missen möchte :O) Toll hast Du Deine fotografiert!
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  4. Liebe Lotta,
    das ist ja ein wundervoller Post! Alltäglich … und doch auch (oder gerade deswegen) auf eine gewisse Art ergreifend. Zumindest auf mich wirkt er so. Die Bilder sind einfach klasse und der Text, die verschiedenen Menschen … einfach toll.
    Danke für diesen schönen Post!

    Liebe Grüße,
    Sonja

  5. Diese kleinen Alltagsszenen zaubern gleich ein Lächeln auf die Lippe. Heute morgen wöre unsere Szene so….Mutter zerzaust da verschlafen, noch im Pyjama, Kinder mit gehetzem Ausdruck an der Türe verabschiedet, gehetzter Mann rennt an uns vorbei mit einem knappen Tschüss auf den Lippen, da auch verschlafen….;-)
    Deine Szenerei ist so anrührend beschrieben! Ich habe früher täglich 3 Stunden im Zug gependelt, da hätte ich Bücher schreiben können. Damals redete man im Zug noch miteinander und erfährt manchmal ziemlich viel vom anderen Leben. Heute schaut jeder nur in sein Tablet ider Smartphone…
    Lg Carmen

  6. Guten Morgen
    das ist ja mal eine witzige Idee für einen post 🙂
    Und wie Recht Du hast *lach* jetzt überlegt wahrscheinlich jeder, wen man selber aufzählen würde. liebe Grüße schick ich Dir, Petra

  7. Guten Morgen liebe Lotta,
    wunderbar hast du diese Szenen beschrieben.
    Ich beobachte auch soooooooooooo gerne Menschen.
    Es ist so spannend.

    Viele , viele Grüße
    Tina

  8. ein alltägliches theater gut in szene gesetzt.. !

  9. Guten Morgen Lotta,
    So manches Gesicht treffe ich auch immer wieder und dann frage ich mich auch wie es dem Anderen gehen mag.
    Ich bin allerdings kein Gesichtermensch! Mir prägen sich die Menschen meistens erst nach mehrmaligem sehen ein, was schon dazu geführt hat, das "Freundschaften" zerbrachen, bevor sie richtig entstanden.

    Ich freue mich aber wie du auch immer wieder an den bekannten Gegebenheiten. Sehe auch so. Manches Kind wachsen bzw erwachsen werden
    ( ˘ ³˘)♥Grüße
    Andrea

  10. Mein Arbeitsweg ist ja glücklicherweise nur ganz kurz und nicht mal ein wirklicher "Weg". Aber im Alltag legt man ja auch sonst regelmäßig Strecken zurück, an denen man oftmals immer denselben Leuten begegnet, obwohl man diese gar nicht kennt. Und trotzdem sind sie einem auf eine gewisse Art und Weise vertraut 🙂
    Liebe Grüße,
    Sabine

  11. Liebe Lotta,
    das ist wirklich ein ganz wunderbarer Post – hat auch irgendwas von "Alltagshelden", von Menschen, die einen immer wieder begleiten. Bei mir ist übrigens ein Auto. Ich habe 30km jeden Morgen zur Arbeit zu fahren. Und fast täglich gbgenen wir uns. Drinnen sitzt ein älterer Mann, der es gar nicht mal so eilig hat, zur Arbeit zu kommen wie ich. Ich nenne ihn daher immer ganz liebevoll den "Herr Schleicher". Ich sag schön brav guten Morgen und winke ihm. Ich hoffe nur, er sieht das nicht, was muss er sonst von mir denken? Aber ich freue mich eben, ihn zu sehen, hat es doch ganz viel vertraues, ohne den Menschen auch nur einmal außerhalb seines Autos gesehen zu haben. Und so tucker ich ihm 30km hinterher – es sei denn ich habe freie Sicht, dann überhole ich ihn noch mit einem freundlichen "tschüss Herr Schleicher, kommen sie gut durch den Tag" 🙂

    sooooo schön und wirklich auch spannend, gerade bei Dir in der Großstadt, woman das nochmal viel geballter hat

    Hab einen tollen Tag
    Liebe Grüße
    Pamy

  12. Was für ein toller Beitrag. Jeder kennt sie wohl, die Sekunden-Bekanntschaften. Manchmal male ich mir aus, was die Menschen gerade beschäftigt, manchmal gehe ich einfach vorbei, ohne sie zu beachten. Und manchmal wird aus dem Vorbeigehen ein Blick, noch seltener ein Lächeln. LG mila

  13. Liebe Lotta,
    was hast Du für einen aufmerksamen, liebevollen Blick!
    Deine Sarah

  14. Ach, wie nett, diese kleinen Alltagsgeschichten. Es sind die unbedeutenden
    Dinge, die unser Leben ausmachen, jedenfalls den allergrößten Teil. Und
    doch so wichtig für unser inneres Gleichgewichtsgefühl, oder?
    Liebe Grüße
    Daniela

  15. Ich mag solche Alltagsszenen auch sehr. Sie sind was Vertrautes und geben ein Heimatgefühl und irgendwie geben sie mir ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.
    Schön, dass Du uns an Deinen Alltagsszenen hast teilnehmen lassen, Lotta.

    Liebe Grüße
    Sonja

  16. Wenn ich Deine Bilder sehe und Deine Geschichten lese, dann vermisse ich die Stadt ein bisschen. Aber nur ein bisschen.
    Hab einen schönen Tag
    Lieben Gruß
    Katala

  17. Ein schöner Post, widmet er sich doch den Dingen/Menschen, die sonst so übersehen werden.
    LG
    Astrid

  18. Was für ein schöner Bericht! Ich denke auch oft darüber nach. Und ein freundliches Wort an manche zu richten, kostet nichts und zaubert unglaubliche Lächeln auf die Gesichter.

    Sigrun

  19. Wie schön, dass Du das alles zur Kenntniss nimmst! Heutzutage ist das was ganz besonderes.. lächel!!
    Herzlichst, Nicole

  20. hallo lotta,
    klar kennt man die menschen, wenn man tagtäglich immer so die gleichen strecken
    fährt mit s-bahn usw. dann begegnen sie einen.
    erst jetzt, so langsam, da ich mich auch ein wenig hier engagiere, lerne ich manche kennen,
    die auch im ruhestand sind.
    menschen zu beobachten ist sehr interessant.
    mit lieben grüßen eva

  21. Man hatte gerade das Gefühl, eine Rund mit Dir mit zu fahren… wie aufmerksam Du beobachtest 🙂
    Liebe Lotta, ich wünsche Dir einen sonnigen Tag,
    Kebo

  22. Oh, ja, das kenne ich – klar, auf dem Land ist das normal, aber genau so spannend.
    Ich grübel schon, wenn ein Fenster mal dunkel bleibt, oder ich einen Menschen lange nicht gesehen habe – oder denke – wie lange läuft sie noch mit ihrem Gehwägelchen, da sie schon 100 Jahre! ist, oder hier bellt kein Hund mehr …
    Danke für dein Posting – es hat mir sehr gut gefallen – Monika

  23. Diese Menschen gibt es hier auch. Die ältere Nachbarin schräg rechts gegenüber, die zu gerne schaut, was sich auf der Straße so tut… der Mann im Feinrippunterhemd schräg gegenüber nach links, der immer hinter dem halb heruntergelassenen Rolladen am Fenster raucht… der akkustische Nachbar, der sich jeden Morgen irgendwo gegenüber die Raucherlunge heraushustet (und Kette raucht)… die italienischen Nachbarn schräg gegenüber, deren Leben sich lautstark auf der Straße abspielt zwischen dem Herumschrauben an Quads, Rollern und Fiats, Kindern, Omas, Opas und einer Mutter mit sehr lautem Organ… die Oma mit dem Hackenporsche, die immer im Slalom um die Hundehaufen fährt… der immobilienmakler, der immer in der kleinen Bäckerei herumhängt, so dass ich mich schon gefragt habe, wann er eigentlich Häuser verkauft… und die Punkerin mit Kind und Bernhardinermischling, der ich seit 10 Jahren fast immer auf dem Weg zum Kindergarten, Einkaufen, Grundschule begegnet bin und deren Haare jedes Mal eine andere Farbe hatten.
    Und ich weiß, ich bin auch eine von ihnen, denn ich werde öfter mal angesprochen mit den Worten "Ich sehe sie ja immer da und dort und jetzt muss ich sie doch mal fragen…"
    Wir gehören wohl alle selbst zu den Menschen, die anderen immer wieder über den Weg laufen und wissen es nur oft nicht. Was die anderen sich wohl alles über uns denken werden…?

    Herzlich, Katja

  24. Eine großartige Idee – dieser post. Natürlich habe ich auch gleich angefangen zu überlegen 🙂
    Und manchmal fasst man sich dann nach Monaten oder Jahren ein Herz und sagt einfach mal "Guten Tag"…. Liebe Grüße

  25. Liebe Lotta, das hast du wirklich schön geschrieben. Und so Recht damit hast du! Ich bin gerade in den Ort zurückgezogen, in dem ich aufgewachsen bin. Dort hat mich eine Dame angesprochen, die auf unserer Straße damals gewohnt hat. Früher haben wir nie ein Wort gesprochen. Jetzt unterhielten wir uns einige Minuten und es war irgendwie ganz vertraut, weil man sich ein ganzes Jahrzehnt nahezu täglich begegnet ist…
    Bei deinen Bildern habe ich zunächst darauf gehofft, das du die Menschen, von denen du erzählst fotografierst! 🙂 Das wäre auch interessant gewesen. Aber vielleicht dann auch sehr persönlich…
    Ganz liebe Grüße
    Judith

  26. Hallo Lotta,

    so ging es mir früher, als ich mit dem Bus zur Arbeit gefahren bin – man hatte quasi immer die gleichen Personen um sich herum ohne diese wirklich zu kennen, waren sie ab einem gewissen Zeitpunkt vertraut 🙂

    Kann ich also gut verstehen.

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

  27. Ich finde es lustig, daß du die Menschen dazu auch noch fotografiert hast. Jeder von uns kennt es. Manche setzen sich sogar im Bus auf die selben Stellen…und wir überlegen sogar, wenn einer an einem Tag nicht dabei ist, ob er krank ist oder was…aber wenn jemand sympathisch ist, habe ich früher auch angesprochen und dann haben wir uns jeden Tag bis zur Arbeit unterhalten…irgendwann wird es aber nervig, man möchte nicht unbedingt jeden Tag einen Gesprächspartner haben. Jetzt passieren diese Sachen mit mir nicht mehr, ich fahre jeden Tag über Landstraße in die Arbeit…ja so sehe ich täglich das selbe Monteurauto vor mir, immer den selben Aufschrift und ich weiß, wann er und wo abbiegt. 🙂
    Nette Geschichte.
    Liebe Grüße

  28. Ja solche Menschen kenne ich auch. Allerdings werde ich mich demnächst an neue Gesichter gewöhnen müssen, da wir mit dem Büro nächste Woche umziehen. Und hier wohnen wir ja auch noch nicht so lange, da habe ich bisher nur wenige bekannte Gesichert :-))
    Liebe Grüße und ein schönes langes Wochenende.
    Sabine

  29. Ein sehr schöner Bericht!
    Ich habe keine festen Zeiten, zu denen ich unterwegs bin. Aber leider merke ich auch manchmal, oft erst nach längerer Zeit, dass jemand fehlt. Dass ich Personen lange nicht mehr gesehen habe. Da mache ich mir schon Gedanken. Die anderen, die man immer sieht, sind so selbstverständlich.

    Viele Grüße
    Margrit

  30. Hach, die Südvorstadt! Schön! Und deine Beobachtungen auch! Auch wir sehen jeden Morgen auf dem weg zur Schule die gleichen Menschen und merken am Ort des Zusammentreffens, ob wir früh oder spät dran sind.
    LG Regina

  31. … schön dieses thema, man denkt oft nicht an so etwas – mir sind auch so viele Leute bekannt nur weil sie irgend etwas haben was mich anspricht, warum ? ein kleidungsstück, eine frisur, oder was ganz andere… und besonders wenn ich den bus oder die bahn benütze, findet sich oft jemand der neben mir platz nimmt und mich anspricht oder umgekehrt und der weg bis in der innenstadt oder weiter ist dann schnell rum und ich finde es wundervoll so mit jemand den man nicht kennt so zu plaudern zu können. im bus sind es oft leute die neu in der stadt sind oder auch solche die man nur im bus begegnet, und in der Bahn welche die neugierig auf ihre mitmenschen sind und die gerne sprechen ueber ganz verschieden sachen – es bereichert uns solche umtausch (échanges)
    danke für diesen schönen Post mit deinen vielen bildern und ideen mit den stadtpassanten – die vertraute menschen zu sehen geben uns das gefühl einer gruppe anzugehören und das tut eim gut !
    liebe grüsse
    monique

  32. Liebe Lotta, ein super Thema! Schön, dass auch andere solche Situationen kennen und sich solche Gedanken machen! Die Verkäuferin im Supermarkt, andere (immer gleiche Stammkunden im Laden, Leute im Bus, der Mann, der mit dem Kinderwagen öfters genau die Strasse hinunter geht, wenn ich mit dem Auto auf die Kreuzung zufahre, dasselbe Auto, das manchmal genau vor mir losfährt, der graue DeuxChevaux, der mir immer etwa an der gleichen Stelle entgegenfährt… Manche Leute fängt man mit der Zeit an, zu grüssen und weiss doch nichts über sie. Oft wünsche ich mir ein bisschen mehr Mut, so dass man vielleicht ein Schwätzchen halten könnte… Wir Schweizer (und ich besonders) sind da halt doch etwas schüchtern. Liebe Grüsse, Miuh

  33. Liebe Lotta,
    so schön beschrieben 🙂
    Mir geht es erst Nachmittag beim Spazierganz mit dem Kleinen
    durch den Ort so – immer sieht man die gleichen Gesichter.
    Aber die meisten kenne ich – ist eben ein Dorf.
    Morgens setzt ich mich nun schon wieder im Dunkeln –
    um 5.30 ins Auto und fahre direkt vor die Arbeitsstelle.
    Da sehe ich niemanden. 🙂
    Ganz viele liebe Grüße
    sendet dir die Urte 🙂

  34. Hallo Lotta,
    mir ging es beim Joggen mal so – jeden morgen der selbe Herr, der um 7h spazieren ging. Wir trafen uns 2x (wenn ich schnell genug war)… Irgendwann grüßte man sich, dann standen wir ein paar Minuten zusammen. Verabschiedet habe ich mich mit einem Geschenk, als ich ins Ausland ging… Ich frage mich, ob er dort immer noch jeden Morgen spazieren geht!?
    Herzlist,
    Madita

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