Typisch für…

Im Februar ist das Thema bei Kebo vom Blog Kebo homing  Fasching
Nun ist Sachsen nicht gerade eine Hochburg des Faschings…Hier feiern vor allem Kindergarten- und Schulkinder sowie Studenten. Meine Jugend liegt schon einige Monde zurück und so habe auch ich schon ewig nicht mehr Fasching gefeiert. Deshalb dachte ich zunächst auch…“Nicht mein Thema, liebe Kebo…“. Doch dann fiel mir zufällig ein Foto von mir in die Hände und plötzlich wurden Erinnerungen wach. Als Student wohnte ich für eine Weile zur Untermiete bei einem älteren Ehepaar. Die Frau des Hauses stammte aus „gutem Hause“ und hatte in der Kindheit noch Butler, Dienstmädchen und rauschende Bälle erlebt. In den Schränken stapelte sich das Meißner Geschirr, in Schatullen Geschmeide. Sie war ein überaus kluge und sehr offenherzige alte Dame mit viel Lebenserfahrung, die sie auch gern weiter gab. Wenn man noch eine sehr junge Studentin und gerade so dem Teenageralter entsprungen ist, dann fahren Emotionen und Gefühle zuweilen Achterbahn. Es war Faschingszeit und ich gerade emotional auf dem Tiefpunkt. „Komm Mädel,“ meinte meine Wirtin, „Du musst unter Leute…Du gehst zum Studentenfasching!“ Meinen Einwand, dass ich aber kein Kostüm hätte, wischt sie energisch vom Tisch, stieg auf den Dachboden und kramte in alten Kisten und Truhen. Mir war relativ schnell klar, dass da keine Clowns- oder Marienkäferkostüme zum Vorschein kommen werden…das war nicht ihr Stil. Ich vermute, sie ließ sich von ihren Erinnerungen an Reitturniere und Jagdveranstaltungen in ihrer Kindheit inspirieren. Ich bekam also ein paar Reitstiefel verpasst, eine weiße und edle Schluppenbluse, einen Blazer, weiße Handschuhe und einen Hut mit Straußenfedern. Fertig war mein Kostüm…Immer noch im Herzen eigentlich tieftraurig machte ich mich dann mit meinen Kommilitonen auf zum Fasching. Was soll ich sagen…es wurde die schönste und kurzweiligste Faschingsparty, an die ich mich erinnern kann. Die Welt hatte mich wieder…

Nein…es wird von mir hier in der Regel keine Bilder geben…und auch hier habe ich mit mir gerungen, es zu zeigen…Und nein…so sehe ich vermutlich jetzt nicht mehr aus…;-)
Euch einen schönen Sonntag!

25 Comments

  1. Was für eine Faschingsgeschichte.. hach herrlich!! Bei solchen Vermietern wäre ich auch gerne gewesen.. lächel!! Eine Frau mit Lebenserfahrung ist einfach hilfreich und dann noch mit einem solchen Fundus.. schön! Herzlichst, Nicole

  2. Wie herrlich 🙂 Diese Partys auf die man zuerst keine Lust hatte, waren oftmals die Besten. Der Hut mit den Straußenfedern ist klasse. Toll was die alte Dame für einen Fundus und auch für ein Gespür dafür hatte, was dir in diesem Moment gut tut.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag.
    Sabine

  3. …nein, so siehst du jetzt nicht mehr aus, liebe Lotta,
    was für eine schöne Erinnerung…und Fasching wird doch gefeiert in Leipzig, es gibt doch jetzt sogar einen Umzug, wenn ich nicht irre? habe mal einen Wagen von unserer Kirchgemeinde gesehen…

    lieber Gruß Birgitt

  4. Was für ein tolles Kostüm! Und eine sehr schöne Geschichte. Manchmal wünsch ich mir auf so einen alten Fundus zu stoßen, den Deine Vermieterin auf dem Dachboden hatte.
    Lieben Gruß
    Sabine

  5. ein ganz herrliche geschichte – und noch dazu eine erinnerung auch für mich. wir hatten auch mal eine wohnung bei solch einer dame – sie hatte einen ganz wunderbaren namen, war von altem ostpreußischem adel und eine der nettesten vermieterinnen, die wir jemals hatten. sie verringerte für uns sogar die miete, weil ihr meine gartenbegeisterung so gefiel. ich habe heute im eigenen garten so viele schneeglöckchen, weil ich das bei ihr damals so wunderschön fand.
    jung lotta ist wunderbar. ich nehm das foto dann mit nach L. – mal sehen, ob ich dich erkenne. das federhütchen musst du aber aufsetzen ;-)!
    liebe grüße, mano

  6. Nein, wie hinreißend du in dieser Montur aussahst. Ich wünschte so, ich könnte auf dem Dachboden deiner alten Vermieterin stöbern und mir all die wunderbaren Dinge ansehen. LG mila

  7. Da ist es ja wieder. 😉
    So eine Kiste stand auch auf dem Dachboden meiner Oma. Darin war ein rotes Satinkleid mit Straßsteinen besetzt, schwarze Satinhandschuhe und eine schwarze Straußenfederboa… das hatte meine Oma getragen, als sie jung war, was so ungefähr 1920 gewesen sein muss. Wir haben als Kinder damit "Verkleiden" gespielt. Leider ist es später verloren gegangen…

    Herzlich, Katja

  8. Das ist wirklich eine ganz tolle Geschichte, Lotta.

    Ich bin ja ein absoluter Karnevalsmuffel oder Faschingsmuffel, wie es bei Euch heißen würde.^^ Aber da hat er mal wirklich gute Dienste geleistet und Dich aus einem Tief herausgeholt.

    Ich muss zugeben, wenn wir mit unserem Sohn hier Karneval feiern und die Züge schauen und ich sehe, wie viel Freude er hat, dann macht es mir auch Spaß. Bin aber dann froh, wenn es wieder vorbei ist.^^

    Liebe Grüße
    Sonja

  9. Stimmt, ich bin auch froh, dass Sachsen nicht zur Faschingshochburg zählt. Ganz erschrocken bin ich mal in Erlangen, als ab Dienstag Mittag alle Läden geschlossen waren. In Franken ist das tatsächlich ein halber Feiertag….:-)))
    Meine letzte Faschingsfeier liegt genau so lange zurück, wie bei dir….am besten gefällt mir dein Straußenfedernhütchen!
    LG Sigrun

  10. ich hab gerade herzlich gelacht….eine tolle geschichte, liebe lotta! und man muß schon sehr genau hinschauen, um dich unter dem ganzen gedöns zu erkennen *zwinker*
    lg mickey

  11. Also die Geschichte und das Bild gefallen mir, Lotta.
    Es hat mich sehr gefreut, dass Du uns dieses Foto nicht vorenthalten hast.

    Ich bin ja auch nicht sooo der Fasching-Geher *g* aber im TV schaue ich mir ab und an solche Sachen an, wenn die Reden nicht allzu dumpf sind und ich sie auch verstehe – rein sprachlich gesehen 😉

    Liebe Grüße und Helau
    Björn 🙂

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