Mein Mann und ich hatten Lust auf einen Sonntagsbummel. Die Wetter-App zeigte bei allgemeiner Regenneigung für die Region rund um Naumburg noch die besten Bedingungen dafür an. Naumburg ist eine charmante Stadt im Süden Sachsen-Anhalts und rund 50 min von Leipzig entfernt. Im Vorfeld hatte ich einen Artikel im Internet über das Bürgergartenviertel gelesen und war gespannt, was es in dieser mir noch unbekannte Gegend von Naumburg zu entdecken gibt.
Bürgergartenviertel
Das Bürgergartenviertel in Naumburg (Saale) gehört zu den architektonisch interessantesten Wohngebieten der Stadt. Es entstand überwiegend zwischen etwa 1870 und dem Ersten Weltkrieg als großzügige Stadterweiterung südlich der historischen Altstadt und verdankt seinen Namen dem benachbarten Bürgergartenpark.
Ende des 19. Jahrhunderts wuchs Naumburg stark. Das neue Viertel wurde gezielt als gehobenes Wohngebiet für Beamte, Richter, Offiziere, Ärzte und wohlhabende Bürger geplant. Die Stadt verfolgte damit das Ziel, ein repräsentatives Villenviertel mit viel Grün und hoher Wohnqualität zu schaffen. Zeitgenossen bezeichneten das Gebiet sogar als eine Art „Pensionopolis“, weil sich dort viele Pensionäre und Ruheständler niederließen.
Direkt angrenzend liegt der etwa 20 Hektar große Bürgergartenpark, dessen Geschichte bis ins Jahr 1775 zurückreicht. Ursprünglich hieß er „Zinzendorfer Garten“, bevor er 1805 seinen heutigen Namen erhielt. Im Jahre 1988 sowie 1990 schufen Bildhauer, darunter Peter Fiedler, mehrere Skulpturen für den Park. Das Wassertürmchen oder auch Pulvertürmchen gehörte ursprünglich zur städtischen Wasserversorgung.

















































Altstadt von Naumburg
Wahrzeichen der Stadt Naumburg ist der spätromanisch-frühgotische Dom St. Peter und Paul. Er steht in der bischöflichen Vorstadt. Für mich gehört der Dom zu einen der schönsten Kirchenbauten Deutschlands.
Naumburg entstand Anfang des 11. Jahrhunderts rund um eine neue Burg der Ekkehardiner. Bald wurde der Bischofssitz von Zeitz hierher verlegt, und Naumburg entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Kirchenzentrum an der alten Handelsstraße Via Regia.
Die Altstadt von Naumburg gehört für mich zu den schönsten historischen Stadtkernen Mitteldeutschlands. Der malerische Naumburger Marktplatz bildet das Zentrum der ehemaligen Ratsstadt. Die Gebäude rings um den Markt entstanden nach dem Stadtbrand 1517 auf ihren Vorgängerbauten im Renaissance- und Barockstil und bilden eine einmalige architektonische Geschlossenheit.
Viele Gebäude von Naumburg stammen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Dass die Altstadt heute so geschlossen wirkt, ist auch das Ergebnis umfangreicher Sanierungen seit den 1990er Jahren.


























































