Heute macht der Himmel blau

Ein Blog über Fotografie, Reisen und Spuren im Sand.

Karlsbad/ Karlovy Vary

Lesedauer:

2–4 Minuten

/ Veröffentlicht am:

Warmbad, Warmes Bad, Wary, Teplawoda

Im Rahmen unseres Ausfluges nach Tschechien mit Besuch der Stadt Loket haben wir auch einen Abstecher in den mondänen Kurort Karlsbad unternommen. Ich war ehrlich beeindruckt von dieser wunderschönen Stadt, die ich nur noch aus der Kindheit kannte.

Die Heilwirkung der Karlsbader Thermalquellen, aktuell 12 an der Zahl und bis 73 Grad heiß, ist wohl schon im 14. Jahrhundert bekannt gewesen. Die Quellen wurden zunächst für Bäder genutzt, ab dem 16. Jahrhundert auch für Trinkkuren. Der Kurbetrieb wurde vor allem 1711 und 1712 durch die Besuche des russischen Zaren Peters des Großen gefördert. 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte der Badebetrieb einen wesentlichen Aufschwung. Der Balneologe und kaiserliche Leibarzt Josef von Löschner verhalf mit seinen Publikationen über die böhmischen Bäder und die Wirkung ihrer Heilwässer Karlsbad zu einer Blütezeit als Kurort von Weltruf. Entscheidend dafür war auch der Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz im Jahr 1870.

Aufgrund des Potsdamer Abkommens und der nachfolgend erlassenen Beneš-Dekrete wurde 1945 die deutschböhmische Bevölkerung enteignet und vertrieben. Nach dem Krieg setzte eine verstärkte und staatlicherseits geförderte Zuwanderung hauptsächlich aus Zentralböhmen sowie Mähren und der Slowakei ein. Seit dem Ende des kommunistischen Regimes im Jahre 1989 ist der Kurbetrieb wieder auf ein internationales Publikum ausgerichtet. 2021 wurde Karlsbad in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Die Mühlbrunnenkolonnade

Die Mühlbrunnenkolonnade zählt zweifellos zu den Top Sehenswürdigkeiten in Karlsbad. Sie liegt direkt am Fluß Teplá und ist mit einer Länge von 132 Meters die größte der Kolonnaden. Ihre heutige Gestalt entstand zwischen 1871 und 1881 nach Plänen des böhmischen Architekten Josef Zítek. Der imposante Neorenaissancebau beeindruckt mit 124 korinthischen Säulen, einem Orchesterpodium und allegorischen Skulpturen der zwölf Monate. Im Inneren der größten Karlsbader Kolonnade sprudeln gleich fünf Mineralquellen: der Mühlbrunnen, die Rusalka- Quelle, Fürst-Wenzel-Quelle, Libussa-Quelle und Felsenquelle. 

Die Parkkolonnade

Die Parkkolonnade entstand zwischen 1880 und 1881 im damals hochmodernen Stil der gusseisernen Kurarchitektur. Entworfen wurde sie von den berühmten Wiener Architekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer. Ursprünglich gehörte die heutige Parkkolonnade zu einem wesentlich größeren Komplex, dem Blanensky-Pavillon, einer Konzert- und Restauranthalle. 1965 war jedoch der Pavillon so baufällig geworden, dass er abgerissen wurde. Erhalten blieb lediglich der östliche Flügel der Wandelhalle.

Die Marktkolonnade

Die Marktkolonnade steht im Wesentlichen noch an ihrem ursprünglichen Ort und war zunächst nur als Provisorium gedacht. Erbaut wurde sie 1882 bis 1883 nach einem Entwurf der Architekten Fellner und Helmer. Sie besteht deshalb aus Holz und wurde im sogenannten Schweizer Stil gestaltet. 1905 wurde die Kolonnade nach Abriss eines benachbarten Gebäudes verlängert.

Der Schlossturm

Die Geschichte Schlossturmes reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Der Turm steht auf einem markanten Felssporn des Marktes. Dort ließ Kaiser Karl IV. vermutlich um 1358 eine kleine gotische Burg bzw. Jagdsitz errichten. Der Schlossturm ist der letzte erhaltene Rest dieser mittelalterlichen Burg. Die barocke Überarbeitung fand 1766 statt. 1911 wurde, entworfen vom Architekten Friedrich Ohmann, noch ein großer Aufzug angebaut.

Pfarrkirche St. Maria Magdalena

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena im Zentrum der Kurstadt zählt zu den bedeutendsten Barockbauten des Landes und wurde 2010 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Die Grundsteinlegung durch den Dekan Franz Matthias Böhm erfolgte am 27. April 1733. Das Mobiliar stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Die Stuckarbeiten schuf Ignaz Palliari aus Prag. Das Altarbild malte Elias Dollhopf aus Schlaggenwald. Ein weiteres Altarbild von dem Maler Josef Kramolin zeigt die heilige Maria Magdalena. Die vier Heiligenfiguren sind Werke des Bildhausers Jakob Eberle.

Antonín Dvořák

Seit Ende des 19. Jahrhunderts besitzt Karlsbad eine Pferderennbahn, seit 1904 einen Golfplatz und seit 1905 Tennisplätze. Das Karlsbader Kurorchester besteht seit 1806. Zu Ehren der sieben Karlsbader Aufenthalte des Komponisten Antonín Dvořák in den Jahren 1879-1894 und der europäischen Uraufführung seiner Symphonie „Aus der neuen Welt“ im Jahre 1894 wurde 1974 im Kurpark ein Denkmal errichtet.

Weitere fotografische Einblicke

Zum Stöbern

Schafe

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert