Lost places

 Die Bleichert Werke

Die liebe Sigrun sammelt seit diesem Jahr „Lost places“…
(immer ab 20. des Monats)
Da ich am 20. Februar hier etwas anderes vorhabe, zeige ich Euch meinen Beitrag schon heute.

 

Ich entführe Euch dieses Mal in den Leipziger Norden. Dort befand sich bis 1991 eine Fabrik für Drahtseilbahnen. 1876 gründete Adolf Bleichert zusammen mit seinem Schwager die „Adolf Bleichert & Co“ in Leipzig-Schönefeld und verlagerte den Betrieb 1881 nach Leipzig-Gohlis. Bleichert-Seilbahnen wurden bis in die USA verschifft. Die Adolf Bleichert & Co. war der führende Seilbahnbauer, der sämtliche Rekorde hielt: die höchste und längste Seilbahn in Argentinien, die längste über Wasser in Neukaledonien, die leistungsstärkste in Frankreich (500 t/h), die steilste in Tansania (86 %), die nördlichste in Spitzbergen (79°) und die südlichste in Chile (41°). Sie hatte Büros in Leipzig und Brüssel, Paris und London (Quelle: Wikipedia). Durch den ersten Weltkrieg gingen dann die internationalen Geschäftsverbindungen verloren. Im Zweiten Weltkrieg bezogen die Nationalsozialisten den Betrieb in die Rüstungswirtschaft ein und ließen Granathülsen produzieren.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg diente der Betrieb der Erfüllung von Reparationsleistungen an die Sowjetunion und produzierte Kabel- und Autokrane, Verladebrücken, Frässchaufler, Kugelschaufler und Elektrokarren, bald auch wieder Drahtseilbahnen. 1950 ging das Werk in DDR-Volkseigentum über. Der Name „Bleichert“ verschwand daraufhin aus der Bezeichnung der Produktionsstätte und nannte sich zukünftig „VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen (VTA)“.

 

Im Rahmen des PA-Unterrichtes (Produktive Arbeit) habe ich als Schüler noch in den Werkhallen dieses Betriebes gearbeitet.
1991 endete die traditionsreiche Geschichte der ehemaligen Adolf Bleichert & Co. in der Liquidation, seitdem stehen die Werkhallen leer.

 

 

Ein Teil der Werksgebäude wurden bereits saniert.
Auf der Brachfläche der Werkshallen hat man begonnen, unter Einbeziehung von alten Gebäudeteilen neue Stadthäuser zu bauen.

 

 

Ich werde Euch in den nächsten Monaten und Jahren hinsichtlich der Sanierung auf dem Laufenden halten…;-).

 

20 comments On Lost places

  • Genial…du hattest dort sogar noch PA-Unterricht. Ich musste dafür bei uns in den Containerbau und auch mal ins Drehmaschinenwerk in Wahren. Das interessiert mich sehr…man sieht jetzt schon, wie toll es werden wird, wenn es fertig saniert ist. Ich bin dort garantiert schon mal vorbeigefahren..:-))
    Traurig ist natürlich, dass so ein so toller sächsischer Traditionsbetrieb durch den Krieg für immer verloren ist.
    LG Sigrun

  • ja, das tut mir auch in der seele weh. wie bedauerlich, dass nach der wende nicht mehr weiterproduziert wurde. wer baut denn heute die seilbahnen?? das sind wirklich so tolle gebäude, diese alten gusseisernen bogenfenster sind doch prächtig. ich hoffe, dass dort in anlehnung an die alten fabrikgebäude ein ort entsteht, der das alte nicht verleugnet und raum für neues bietet – hoffentlich nicht nur luxuseigentumswohnungen! tolle bilder, liebe lotta!!
    lg, mano

  • Das sind unfassbar schöne Bilder! Und ich bin echt froh, dass diese schönen Ziegelhallen im Neubau ihren verdienten Platz bekommen.
    Alles Liebe Babsy

  • Ich liebe diese alten Gebäude. Ich hoffe, dass auch dieses Areal umfassend saniert und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden kann. Mich fasziniert die Zusammenführung von "Geschichte" mit moderner Architektur und bin schon auf die weitere Entwicklung dieses Projektes gespannt. Liebe Grüsse Kathrin – die auch in einer "alten Hütte" wohnt

  • DAs sind wunderschöne Fotos – sehr melancholisch und wehmütig stimmen sie mich, aber wunderschön! Danke für die Einblicke und ja: bitte immer mal wieder ein Update dazu!
    LG. Susanne

  • Das sind super Fotos. Schön, wenn solche "Ruinen" wieder aufgebaut und auch genutzt werden.

    liebe grüße
    nicole

  • Interessant diese wechselhafte Industriegeschichte! Am meisten hat mich das Moos in den Ritzen der Ziegelsteine fasziniert, das offensichtlich durch das defekte Regenrohr Wasser bekommt.
    LG
    Astrid

  • Tja, vermutlich werden da jetzt teure Loft-Wohnungen entstehen, oder? Ein Museumsteil wäre ziemlcih spannend… LG mila

  • …das sind schöne Bilder, liebe Lotta,
    die eindrucksvoll belegen, dass es richtig und wichtig ist, diese Bauten zu erhalten und in die Wohnbebauung einzubeziehen…so werden sie genutzt und ihre Geschichte bleibt trotzdem in Erinnerung…erstaunlich, dass ihn Leipzig Seilbahnen gebaut wurden, hätte ich eher in Bergnähe vermutet ;-),

    lieber Gruß Birgitt

  • Gut, dass diese schönen alten Hallen nicht einfach abgerissen werden. Ich bín gespannt, wie es dort in ein paar Jahren aussehen wird.
    Schöne Fotos hast Du gemacht.
    Lieben Gruß
    Katala

  • Eine schöne alt Location – bei mir wäre schnell der Film voll – und gut, dass was neues draus wird.

    Liebe Grüße – Monika

  • Was für ein geschichtenträchtiger Ort… So toll fotografiert. Und es besteht Hoffnung, dass nicht alles unwiderruflich platt gemacht wird oder noch auf Ewigkeiten vor sich hin rottet… Nur die Natur ist gleichmütig und energisch genug auch da ihre Chancen zu nutzen, solange es geht… Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Mein ehemaliger UTP/PA-Betrieb hatte da mehr Glück und hatte keine Verfallspause. Die IFA-W50-Werke, aus dem die Lastwagen der DDR kamen, sind heute der drittgrößte Transportermontage-Betrieb der Daimler AG… Als Schülerin fand ich es toll zu wissen, dass ich die Fahrersitze oder Rücklichter an so einem Gefährt montiert hatte, Selbstwirksamkeitserfahrung ;-). Lieben Gruß Ghislana

  • Fabrik für Drahtseilbahnen – das ist ja schon außergewöhnlich. Schade, dass sie so enden musste. Wobei, deine Fotos toll sind und die Sanierung erscheint mir auch ganz gelungen. Und wenn ich deine Fotos so sehe, muss ich direkt seufzen. Ich will dringend auch mal wieder eine Fototour machen!
    Liebe Grüße
    Jutta

  • Solche Projekte finde ich einfach wunderbar, liebe Lotta!! Wie schön, dass es nicht direkt abgerissen wurde. Tolle Foto's!!

    Herzlichst, Nicole

    P.S. Was um alles in der Welt bedeutet denn "entgraten"?? Da werde ich gleich mal googlen.. grins!

  • Ein morbider Charme… Mit dem geschichtlichen Wissen im Hintergrund sieht man gleich ganz anders hin.
    Liebe Grüße
    Andrea

  • Liebe lotta,
    danke für diese tollen Bilder, von dem verlassenen Platz bis zu den sanierten Teilen …. es ist toll, daß dieses Gebäude saniert wird, die fertigen Teile sehen wunderschön aus!
    Ich wünsche Dir noch einen wunderbaren Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße ,Claudia ♥

  • Eine beeindruckende Geschichte haben die Bleichert-Werke vorzuweisen, Beeindruckend und wechselvoll. Das Gebäude gefällt mir sehr, ich mag diese alten Industriehallen so gern. Ich bin gespannt, wie die Sanierung voranschreitet!

    Liebe Grüße … Frauke

  • Sehr bewegende Bilder.

    LG, Katrin

  • Ich mag den morbiden Charakter, den solche alten Gemäuer ausstrahlen.
    Bei uns findet man davon nicht wirklich viel, außer alte Bäume 😉

    Lieben Gruß
    Björn 🙂

  • Da fahre ich jeden morgen durch Schönefeld… Da muss ich mal einen Blick drauf werfen. Toller Zustand, so ganz ohne Vandalismus. Hast mich neugierig gemacht.

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