Kanzeluhr

Als ich über den Freiberger Dom berichtet habe, habe ich Euch auch ein Foto von dieser Uhr gezeigt:
Es handelt sich um eine Kanzeluhr, auch Predigtuhr genannt, die dazu diente, die Dauer der Predigt vorzugeben. Dem Pfarrer gelang es so, die Dauer seiner Predigt zu begrenzen, die Zuhörer konnten abschätzen, wie lange die Predigt noch dauern wird. Meist bestand die Kanzeluhr aus vier nebeneinander angeordneten Sanduhren. Manche Predigtuhren waren so konstruiert, dass man sie einzeln umdrehen konnte, es dauerte dann gewöhnlich 15 Minuten, bis der Sand durchgelaufen war. Dieses Freiberger Modell lässt sich nur im Ganzen umdrehen und jede einzelne Sanduhr hat eine andere Durchlaufgeschwindigkeit (wahrscheinlich 15, 30, 45, 60 Minuten…ich habe leider die Zeiten nicht gemessen…;-)). In der Regel wurden die Sanduhren vom Küster überwacht. Ältere Kirchenverordnungen gaben eine Mindestdauer der Predigt an, in der Zeit der Aufklärung wurde dagegen darauf geachtet, dass die Predigt nicht zu lange dauerte, damit das gemeine Volk schnell wieder an ihre Arbeit kam. Es gab mechanische Kanzeluhren, die jede Viertelstunde schlugen, nach 60 Minuten dann sehr laut, um den Pfarrer zum Beenden seiner Predigt zu drängen. Kanzeluhren waren vor allem im 17. und 18. Jahrhundert üblich. Leider sind viele dieser Kanzeluhren im 19. und 20. Jahrhundert entfernt worden, weil sie nicht mehr zeitgemäß waren. In katholischen Gotteshäusern waren sie unüblich, weil die Predigt nicht im Vordergrund stand.
Quelle: wikipedia
Bloggen bildet…findet Ihr nicht auch…;-)?
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