Toleranz…eine Sonntagsfreude

Die Ereignisse um Paris beschäftigten uns die vergangenen Tage und werden uns auch die nächste Zeit nicht in Ruhe lassen. Viele von Euch haben sich in einem extra Post über ihre Empörung Luft gemacht  und Solidarität mit all den Betroffenen signalisiert. Dania meinte, sie könne nicht einfach so in den Alltag zurückkehren, womit sie natürlich völlig recht hat.
Natürlich habe auch ich mir Gedanken gemacht über Terror, Fremdenhass, Satire, Meinungsfreiheit, Recht auf Unversehrtheit und Pegida.
Was mich bisher in meinem Leben mit am meisten geärgert hat, ist Intoleranz…Intoleranz gegenüber anders denkenden Menschen, Intoleranz gegen das Fremde, Intoleranz gegen andere Lebensentwürfe, Intoleranz gegenüber anderen Weltanschauungen.
Quelle: wikipedia

Ich denke, man könnte die Welt schon ein klein wenig besser machen, wenn man mehr Toleranz übt. Da braucht man gar nicht so weit zu schauen, das geht schon hier im Bloggerland los. Jeder Blogger hat seine ganz individuelle Art, mit dem Thema Terror/ Paris umzugehen, ein Schweigen muss nicht bedeuten, dass einen das Thema nicht bewegt, ein Rückkehr in den “Bloggeralltag” nicht, dass man das Thema Paris und Terror abgehakt hat. Doch nicht nur beim Thema Paris wünschte ich mir mehr Toleranz…Was jeder sich am liebsten auf den Teller legt…ob Fleisch oder vegane Kost…sollte jeder auch selbst entscheiden können. Ob jemand an Gott glaubt oder nicht, ob er lieber “Vintage” mag oder “Industriedesign”, ob er ein Landei ist oder lieber ein Städter, ob er aufgeräumte oder wilde Gärten mag, ob er aus Ost oder West kommt, ob die Lieblingsfarbe Blau oder Grün ist, ob er hetero-, bi- oder homosexuell ist, dick oder dünn…bei diesen Fragen stände uns manchmal mehr Toleranz gut zu Gesicht. Die Welt ist weder schwarz noch weiß…Dogmatismus hilft nicht weiter. Toleranz bedeutet auch, sich für den gegensätzlichen Standpunkt zu interessieren, dem anderen wirklich zuzuhören, Neugier zu entwickeln für unterschiedliche Regionen, unterschiedliche Lebenseinstellungen und unterschiedliche Weltanschauungen. Nur so kann ich mir auch für mich persönlich ein Bild von meinem Gegenüber machen, Toleranz entwickeln.
Mehr Toleranz auf dieser Welt…wäre für mich eine große Sonntagsfreude.

Ein ganz wunderbarer Film, der Toleranz auf eine sehr humorvolle Art zeigt, ist der französische Film
“Monsieur Claude und seine Töchter”
Sehr empfehlenswert.
Für Frau Mo ergänzt…
“Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber den Intoleranten.”
Wilhelm Busch
25 Responses to “Toleranz…eine Sonntagsfreude”
  1. Das hast du wunderbar geschrieben. Das schwarze Schaf unter den weißen zu akzeptieren, gelingt wohl nur im Tierreich. Im Moment finde ich es peinlich, was alleine im Freiberger Stadtrat diskutiert wird. Und während der OB zur Pegida-Gegendemonstration nach Dresden fährt, ist der künftige OB-Kandidat doch glatt gegenteiliger Meinung. Das macht schon Angst.
    Ich glaube, viele bräuchten mal das Gefühl, selber fremd oder anders zu sein, um Toleranz zu lernen.
    Schönen Sonntag, Sigrun

  2. Du hast so Recht!
    Schade, das es meist nur die lesen, die tolerant sind!
    Ich frage mich so oft, wie man die Intoleranten umdrehen kann.

    Und dein Filmtipp ist famos!
    Einen schönen Sonntag,
    Andrea

  3. >Jeder Blogger hat seine ganz individuelle Art, mit dem Thema Terror/ Paris umzugehen, ein Schweigen muss nicht bedeuten, dass einen das Thema nicht bewegt, ein Rückkehr in den "Bloggeralltag" nicht, dass man das Thema Paris und Terror abgehakt hat.< Liebe Lotta, vielen Dank für diese Worte. Genau so ist es bei mir. Mir fehlen einfach die Worte, mein Entsetzen, meine Wut und meine Trauer ausdrücken. Nicht jeder ist so rede- oder schreibgewandt sich öffentlich zu so einem brisanten Thema zu äußern. Auch muss ich einfach den Alltag einkehren lassen, um nicht ganz in meinem Weltschmerz zu versinken. Sei lieb gegrüßt, Nicole

  4. Liebe Lotta,
    ein rundum gelungener Post und ganz wunderbar auf den Punkt gebracht. Dem braucht man nichts mehr hinzufügen. Hab lieben Dank dafür!
    Liebe Grüße und einen Sonntag voller Sonntagsfreuden wünsche ich Dir und Deinen Lieben,
    Sabine

  5. Toleranz fängt schon bei uns zu Hause an! Wie wir tolerant gegenüber unserem Partner unserer eigenen Kinder? …Was da in Paris geschehen ist, ist unvorstellbar…es ist so vieles Gräuel auf diesem schönen Planeten unfassbar. Und mir fehlen wie Nicole einfach die Worte! Meine Wut ist eher Verzweiflung…ich habe eine große Verantwortung gegenüber meinen zwei Kindern. Die mir täglich Fragen über dieses Thema stellen…kindliche Fragen, die aber genial in sich sind!… und ich weiß Vieles nicht zu beantworten. Dann ist der Weltschmerz oft groß…und ich versuche mir aus dem Alltäglichen meine Freude zu holen und das ist unter anderen auch das Bloggen!
    Ich danke dir für deine schönen Zeilen…Petra

  6. Liebe Lotta,
    das ist ein ganz wunderbarer Post. Deinem Appell für mehr Toleranz stimme ich unumwunden zu. Wie Du richtig feststellst, geht jeder anders mit Trauer und Entsetzen um. Mir fehlen die Worte, die Bilder gleich gar. Ich kann auch nicht schreiben "ich bin Charlie". Denn das bin ich nicht. Ich bin nicht mutig und habe weder eine spitze Feder noch ein solches Mundwerk, das die Mißstände aufzeigt. Im Gegenteil, ich bin es oft sogar leid, mich auf Diskussionen einzulassen, wenn ich auf Unverständnis und Dummheit treffe. Ich kann nur im Stillen darüber nachdenken und für mich den Schluß ziehen, noch mehr darauf zu achten niemand, gar niemand, auszugrenzen.
    Ich danke Dir, dass Du so gute Worte gefunden hast.
    Lieben Gruß
    Sabine

  7. Liebe Lotta,
    deinem Posting ist eigentlich nichts wesentliches mehr hinzuzufügen, du hast es sehr gut formuliert.
    Bei ganz wichtigen Themen schreibe ich eigentlich nie auf einem Blog, denn dort fehlt mir Rede- und Gegenrede – nach einem Tag kommt das nächste Posting und …
    In einem Forum dagegen bleiben Themen lange präsent, da kann ein richtiger Austausch stattfinden – so sehe ich das – unter anderem 🙂

    Liebe Grüße – Monika

  8. toleranz? liebe lotta, zuerst wollte ich dir recht geben und doch regte sich ein zweifel, ein 'aber' bei mir. du beschreibst toleranz sehr schön: sich interessieren für die anderen und deren (welt)anschauungen. ja genau!
    aber reicht das? leider dient der ausdruck toleranz auch oft als mäntelchen für nichtwissenwollen, für wegsehen, für ignoranz. wenn frauen misshandelt werden, kinder ausgebeutet, (heilige) kriege geführt, die natur zerstört… täglich gibt es unzählige beispiele.
    ich wünschte mir, dass das wort toleranz wieder mit echten werten gefüllt würde. mit interesse am gegenüber, am andersdenkenden. mit mut, misstände zu benennen und gewaltfreie lösungen zu finden. mit der bereitschaft, sein eigenes verhalten zu hinterfragen und zu verändern, wenn es anderen schadet…
    wagen wir es!
    ♥ monika

  9. Ich stimme Dir voll und ganz zu. Schönen Sonntag und einen lieben Gruß
    Katala

  10. danke für dein Post : richtig offen für andere Lebensweise ! Offen sein – neugierig und nicht Angst haben von das was Fremd ist denn dadurch kommt viel Hass – und nicht denken dass man mehr wert hat wie sein Nächster : liberté égalité fraternité. ich bin in einer "Cité" aufgewachsen als Ausländerin in Frankreich und habe es gelernt von klein auf auch andere Lebensweise zu schätzen aber auch kritisch zu bleiben … Gewalt gehört nicht zum Zusammenleben !

  11. Es tut gut, solche Blogbeiträge zu lesen, die in die Tiefe gehen, die Gedankenanstösse geben wollen. In Worten und Bildern.
    Liebe Grüße
    Andrea

  12. Großartig, deine Sonntagsfreude!

  13. S U P E R ! ! !
    Schon allein mit dem zauberhaften Geflügelbild hattest Du mich … aber dann Deine Worte dazu … einfach großartig, liebste Lotta!!!

    LG,
    Sonja

  14. Liebe Lotta,
    wunderbar treffend formuliert! Ich denke Toleranz ist eine der wichtigsten Fähigkeiten die wir unseren Kindern beibringen können. Und die Fähigkeit sie auch einzufordern für sich selbst.
    Liebe Grüße
    Jennifer

  15. Du hast sehr gute Worte gefunden … Dankeschön dafür.
    Mehr mag ich gar nicht sagen, aus meiner Sicht passt so sehr gut und so redegewandt wie viele andere Blogger bin ich leider nicht (immer).

    Hab einen schönen Abend und morgen einen guten Start in die neue Woche,
    Nadja

  16. Danke für den Post. Es ist nicht jedem gegeben, sich wortgewandt dieser Themen anzunehmen. Aber im Herzen haben wir sie wohl alle.

    Viele Grüße
    Margrit

  17. Gerade wollte ich ein "Aber" anführen, da habe ich deine Ergänzung gelesen. Nachdem ich heute zwei Stunden lang die Live-Berichterstattung aus Paris mit all den Interviews und Hintergrundberichten und verschiedene Liveticker verfolgt habe, in denen auch immer wieder das Wort Toleranz vorkam, war mir danach aufzuschreien, denn für mich gibt es zwei ganz klare Ausnahmen von Toleranz: Dummheit und Narzissmus. Nichts ist gefährlicher als diese beiden Dinge – außer die Kombination aus beiden und hier müssen die Veränderungen auch ansetzen. Kleinkriminelle Looser, die sich vom Dschihad schnellen Ruhm, Ehre und Geld versprechen, weil das viel leichter zu erreichen ist, wie wenn man etwas lernt, eine Ausbildung macht, familiäre Verantwortung übernimmt, haben meiner Meinung nach keine Toleranz verdient, sondern erfordern ein sofortiges Eingreifen mit aller Härte.
    Ansetzen muss man viel früher, in den Familien, in den Schulen, in der Gesellschaft allgemein bei der Vermittlung von Werten, Chancen, Eigenverantwortung und der Toleranz im Alltag, bevor die Jugendlichen entgleiten und den leichtesten Weg zum Ruhm beschreiten, der ihnen angeboten wird.
    Gesellschaftlich sind wir alle gefragt, denn nur wir können an den gesellschaftlichen Werten mit unserem Verhalten etwas ändern. Immer schneller, immer leichter, immer oberflächlicher, immer rücksichtsloser, immer egoistischer, immer respektloser, immer gleichgültiger, immer billiger… wir haben es ja ein gutes Stück weit in der Hand. Jeder ist an diesem Punkt in der Pflicht – auch muslimische Familien in ganz besonderem Maße.

    Herzlich, Katja

  18. Was für eine Sonntagsfreude!!! Toleranz ist die Voraussetzung, um die Vielfalt verschiedener Lebensweisen und deren Reichtum zu sehen. Toleranz ist nur – z. B. an Kinder – vermittelbar, wenn man sie selber lebt. Toleranz hat da ihre Grenzen, wo Menschen, Menschenwürde (und auch alle anderen Lebewesen!) getötet oder verletzt werden, körperlich oder seelisch, aus Kalkül, aus Gleichgültigkeit, aus Machtbesessenheit, aus Egoismus, Rücksichtslosigket. Aber das Gegenmittel kann nicht Gewalt sein, sondern nur das Sich-immer-wieder-bereit-finden und Ermöglichen von Dialog und Empathie…, das Akzeptieren und Aushalten von Differenz. Danke für deine Gedankenanstöße und liebe Grüße in die Woche – Ghislana

  19. Wie Recht du hast! Besonders gruselig ist es zur Zeit leider hier in Dresden, ich schäme mich so! Zum Thema Toleranz möchte ich auch noch etwas zu Frau Mo und Wilhelm Busch hinzufügen: Toleranz hört da auf, wo anderen Schaden zugefügt wird.
    LG Regina (die heute Montag wieder bei regen und Sturm gegen Intoleranz, Engstirnigkeit und platte Parolen auf die Straße gehen muss)

  20. eine so kluge sonntagsfreude (auch wenn schon montag ist)! du sprichst mir aus der seele, liebe lotta. und die ergänzungen – besonders auch die letzte von regina – sind auch in meinem sinne. toleranz gegen terroristen kann es nicht geben, aber in unserem alltäglichen leben sollte sie immer bestandteil sein.
    liebe grüße, mano

  21. das hast du so wunderbar geschrieben, liebe lotta!
    lg mickey

  22. Hast Du schön geschrieben, liebe Lotta 🙂

    Ob die Welt es je schafft in eine solche Situation zu kommen? Eine Welt in der Jeder Glücklich werden darf wie er möchte? Ohne Gewalt und Hass?

    Ich glaube es nicht, aber schön wäre es doch 🙂

    Liebe Grüße
    Björn 🙂

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