Bei unserem Ausflug in die Thüringer Reichsstadt Mühlhausen sind wir an der Stadt Nordhausen vorbeigekommen und haben einen Zwischenstop eingelegt. Da es allerdings sommerlich heiß war, haben wir uns auf einen kurzen Bummel beschränkt.
Die nach Einwohnern siebtgrößte Stadt in Thüringen liegt am Südrand des Harzes. Das 876 zum ersten Mal erwähnte Nordhusa wurde 927 als Nordhuse in einer Schenkungsurkunde Heinrichs I. an seine Frau Königin Mathilde genannt, die hier 961 ein Damenstift einrichtete. Nordhausen war ab 1220 neben Mühlhausen eine von zwei freien Reichsstädten in Thüringen. Im 15. Jahrhundert war die Stadt Mitglied der Hanse.
Anfang April 1945 wurde die von Fachwerkhäusern geprägte Stadt durch zwei Luftangriffe der Royal Air Force zu drei Vierteln zerstört. Über 8800 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos. Diese Zerstörung prägt bis heute das Stadtbild, eine Mischung aus historischen Gebäuden, DDR-Bauten und einer Nachwende-Architektur.
Das Wahrzeichen der Stadt Nordhausen ist der Roland. Seit 1411 steht die Holzstatue für Freiheit, Macht und Gerichtsbarkeit. Zu seinen Ehren begehen die Nordhäuser jährlich das Rolandsfest, das zahlreiche Besucher anlockt.
Das Alte Rathaus der thüringischen Kreisstadt wurde zwischen 1608 und 1610 im Renaissancestil erbaut. Vor dem Rathaus steht die Kopie des Nordhäuser Rolands, das Symbol für Freiheit, Macht und Gerichtsbarkeit. Das Original von 1717 befindet sich im Foyer des 1936/37 errichteten Neuen Rathauses. Bei den Luftangriffen auf Nordhausen 1945 brannten große Teile des Rathauses ab. Der Wiederaufbau wurde 1952 vollendet.
Die Stadtpfarrkirche St. Blasii ist ein evangelisches Gotteshaus. Die achteckigen Türme prägen die Kirche. Seit 1634 sind diese unterschiedlich hoch, weil eine Turmhaube durch Blitzschlag abbrannte und diese beim Wiederaufbau den spitzen Helm nicht wieder aufgesetzt bekam. Der Untergrund besteht nicht aus festem Fels wie beim Dom, sondern aus Gipskarst. So ist der Südturm auffällig nach Norden geneigt. Nach der Reformation übernahm 1524 Johann Spangenberg auf Empfehlung Martin Luthers die Stelle des ersten evangelischen Predigers. Ein Epitaph Lucas Cranachs des Jüngeren zu Ehren des Nordhäuser Bürgermeisters Michael Meyenburg aus dem Jahre 1558 wurde nach den Luftangriffen auf Nordhausen nicht wiederaufgefunden. Vermutlich ist es verbrannt.





























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