Unterwegs im Kohrener Land

Das schöne Sachsenland hat einiges für erlebnisreiche Wanderungen zu bieten: Grüne Wiesen und Wälder, idyllische Bäche und Teiche und charmante Ortschaften. An einem sonnigen Sonntag machten sich mein Lebensgefährte und ich auf den Weg, um das Kohrener Land zu entdecken. Begonnen haben wir unseren Rundgang in Kohren-Sahlis, einem Ortsteil der Stadt Frohburg im Süden des Landkreises Leipzig in Sachsen. 

Kohren-Sahlis

Kohren wurde erstmals um 974 in einer Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg urkundlich erwähnt. 1453 erhielt Kohren das Stadtrecht. Sahlis wurde im Jahr 1350 als Herrensitz genannt. Im Jahr 1445 ist Sahlis als Rittersitz und 1551 als Rittergut erwähnt. 1934 wurde Kohren mit dem Dorf Sahlis zur Stadt Kohren-Sahlis vereint.

Geprägt war das Städtchen über mehr als 500 Jahre von Töpfereien. In der Blütezeit gab es 14 Töpfereien mit 14 Meistern, 40 Gesellen und 17 Lehrlingen. In Kohren-Sahlis befindet sich eine der ältesten Töpfereien Deutschlands, das Töpferhaus Arnold. In dieser Töpferei wird seit 450 Jahren ununterbrochen Töpferwaren hergestellt, so auch an der Giebelwand zu lesen: ”Seit 1500 vierzig und acht werden hier Töpfe und Schüsseln gemacht.”

Der am 24. Juni 1928 eingeweihte Töpferbrunnen im Zentrum gilt als Wahrzeichen der Stadt. Entwurf und Modellierung gehen auf Kunstkeramiker Kurt Feuerriegel zurück. In einem der schönsten Fachwerkhäuser von Kohren-Sahlis befindet sich das Töpfermuseum. Es wurde 1763 als Töpferhaus erbaut und bis 1957 als Töpferei betrieben. Seit 1961 wird im Töpfermuseum die Geschichte der Kohrener Töpfer erlebbar gemacht. 

Im 19. Jahrhundert wurde Kohren, dank der einflussreichen Familie Crusius, Besitzer der Rittergüter Sahlis und Rüdigsdorf, zu einem wichtigen kulturellen Zentrum. Die Familie pflegte Kontakte zu zahlreichen Künstlern wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Julius Mosen, Gottfried Semper, Julius Schnorr von Carolsfeld und Moritz von Schwind. 

Die Burg Kohren ist eine imposante Ruine einer Höhenburg auf dem Burgberg in Kohren-Sahlis. Von hier hat man einen herrlichen Blick über die Ortschaft.

Lohnenswert ist auch der Besuch der Kirche St. Gangolf. Die Kirche wurde im frühen 13. Jahrhundert in Kohren-Sahlis errichtet und ist eine noch heute weitestgehend erhaltene und wenig veränderte romanische Pfeilerbasilika.

Zur näheren Betrachtung der Bilder bitte die Galerie anklicken.

Töpfermuseum Öffnungszeiten:
April – Oktober
Di – So 13.00 – 17.00 Uhr (10.00 – 12.00 Uhr (Gruppen mit Anmeldung)
Februar / März
Di – Fr 10.00 – 12.00 und 13.00 – 16.00 Uhr
Sa/So 13.00 – 16.00 Uhr

Von Kohren-Sahlis zum Lindenteich

Von Kohren-Sahlis aus wanderten wir entlang des kleinen Baches Maus zum Herrenhaus Rüdigsdorf und verweilten ein paar Minuten am idyllischen Teich. Unser Wanderweg führte uns am Gellertbrunnen vorbei. Er befindet sich im Wald östlich von Rüdigsdorf und wurde nach dem deutschen Dichter Christian Fürchtegott Gellert benannt.

Anschließend gelangten wir zum Irrgarten der Sinne und zum Lindenteich. Aus Zeitgründen entschieden wir uns gegen den Besuch des Irrgartens und machten lieber Rast am Lindenteich mit Blick auf Fontaine und Tretboote. Über einen idyllischen Wanderweg entlang von Kuhweiden und Streuobstwiesen erreichten wir schließlich wieder die Ortschaft von Kohren-Sahlis.

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Irrgarten der Sinne: Öffnungszeiten von April bis Anfang November tägl. von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Schöne Wanderungen mit GPS-System findet man in dem Wanderführer “Rund um Leipzig” vom Verlag Rother (*).

(*)Anmerkung: Dieser Post enthält unentgeltliche Werbung.

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