Friedhof Leipzig-Lößnig

Wenn man als Städter auf der Suche nach Frühblühern ist, dann bietet sich neben einem Parkbesuch auch der Rundgang eines Friedhofes an. Auf diese Weise bin ich auf den möglicherweise kleinsten Friedhof der Stadt Leipzig gestoßen. Er liegt recht versteckt im Stadtteil Lößnig und gehört verwaltungstechnisch zum Friedhof Connewitz.

Der Friedhof liegt unweit des Rembrandtplatzes. Hier findet sich die Gartenstadt Alt-Lößnig. Sie wurde in den Jahren 1905 bis 1911 nach Plänen der Leipziger Architekten Anton Käppler (1856-1928) und Max Pommer (1847-1915) erbaut. Die ursprünglich zum Rittergut Lößnig gehörenden Grundstücke hatte die 1901 gegründete »Gemeinnützige Baugesellschaft Lößnig« zu diesem Zweck von der Stadt Leipzig angekauft. Es entstanden 140 zwei- bis dreigeschossige Häuser, die z.T. in Fachwerk und mit Klinkerfassade ausgeführt waren, mit insgesamt 1.087 Wohnungen.

Vermutlich stammen die Ursprünge des Friedhofes aus der Zeit, als Lößnig noch ein Rittergut war. Von 1704 bis 1849 gehörte das Gut Lößnig der Familie Kees. Das Herrenhaus Lößnig wurde 1813 während der Völkerschlacht bei Leipzig zerstört.

In den 80iger Jahren wurde der Friedhof zunächst geschlossen und steht nun seit dem 1. Januar 2019 für naturnahe Baum- und Parkbestattungen wieder offen. Das Abstellen von Glas, Keramik, Kunststoff oder Seidenblumen ist nicht erlaubt. Auch auf Grabkerzen und andere Leuchtmittel soll verzichtet werden. Es wurden Nistkästen, Fledermausquartiere und Insektenhotels installiert, Blühwiesen geschaffen und Igelquartiere aufgebaut. 

Die kleine Kapelle am Eingang des Friedhofes wird derzeit saniert. Zahlreiche Wohnmöglichkeiten für Bienen und Insekten lassen vermuten, dass es hier im Sommer mächtig summt und brummt. Ich kann mir gut vorstellen, dass man mitten in Leipzig in dieser kleinen, feinen Oase sehr gut seine letzte Ruhe finden kann.

Adresse:

Friedhof Lößnig

Rembrandtstraße, 04279 Leipzig

Täglich geöffnet von 8-18 Uhr.

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