Leipziger Stadtansichten

Auf mein heutiges Thema hat mich eigentlich Svea aus Paris gebracht. Sie zeigte Bilder von Pariser Passagen, doch nicht nur Paris und Mailand sind für ihre Passagen bekannt, sondern auch meine Heimatstadt Leipzig. Die Leipziger Passagen und Durchgangshöfe durchziehen die Innenstadt wie ein zweites, privates Wegenetz, das nur dem Fußgänger vorbehalten ist.
Heute stelle ich Euch die schönste und bekannteste Passage vor:

Mädlerpassage

 

Der Koffer- und Lederfabrikant Anton Mädler (1864–1925) ließ von 1912 bis 1914 das Messehaus Mädler-Passage nach Plänen des Architekten Theodor Kösser errichten. Es entstand ein fünfgeschossiges Durchgangshaus mit einer 142 m langen, viergeschossigen Passage. Der historische Auerbachs Keller (erstmalig erwähnt um 1438 ) wurde in den Neubau mit einbezogen und erweitert.

 

 

Genutzt wurde der Gebäudekomplex als Weinkeller ( Auerbachs Keller ) und als Messehaus für Porzellan, Keramik und Steingut (Ausstellungsfläche 5.700 m²). Seit 1969 befindet sich im zentralen Kuppelraum ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan, bestehend aus 25 Glocken, welches zu jeder vollen Stunde erklingt.  Zunächst befand sich dieses Glockenspiel über dem Eingangsportal D, wurde aber 1997 über dem Ausgang Petersstraße neu plaziert. Die vorher signifikanten Meißner Schwerter wurden weggelassen, warum, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

 

 Den Eingang zum Auerbachs Keller zieren rechts und links Bronzefiguren des Bildhauers Mathieu Molitor ( 1873-1929 ), die Szenen aus Goethes Faust darstellen. Goethe weilte während seines Studiums in Leipzig 1765–1768 oft in Auerbachs Keller. In Faust I hat er seinem Studentenlokal und der Stadt ein bleibendes literarisches Denkmal gesetzt:
„Mein Leipzig lob ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“
Hat er nicht recht, liebe Svea?

 

 

Ich hoffe, der kleine Spaziergang durch die Mädlerpassage hat Euch Freude gemacht. Demnächst werden wir gemeinsam durch „Specks Hof“ schlendern…wenn Ihr mögt…