Leipziger Stadtansichten

In der Leipziger Innenstadt befinden sich etwa 30 Passagen und Durchgangshöfe…
Heute möchte ich Euch eine weitere schöne Passage vorstellen:

Specks Hof

Die Specks Hof-Passage ist die älteste erhaltene Passage in Leipzig. Ihre Geschichte geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1815 erwarb der Leipziger Großkaufmann und Kunstliebhaber Maximilian Speck von Sternburg das Eckhaus und gab ihm den Namen „Speck´s Hof“. Insgesamt 93 Jahre, bis 1908, blieb das Haus im Besitz der Familie, bis der Kaufmann Paul Schmutzler und der Architekt Emil Franz Hänsel es kauften. Unter der Regie des Architekten Hänsel entstand in drei Bauabschnitten ein Handels- und Messehaus. 1909 wurde der erste Teil mit 5.000 m² eingeweiht, 1911 und 1928/1929 kamen Erweiterungsbauten hinzu. Mit 10.000 m² Ausstellungsfläche war Specks Hof der größte Messeplatz der damaligen Zeit. Eigentlich sollte im Rahmen des Erweiterungsbaus des Messehauses eine weitere Etage hinzugefügt werden, doch der Kirchenvorstand der Nikolaigemeinde erhob 1928 dagegen Einspruch, weil eine Beeinträchtigung der Schallausbreitung des Glockenspiels der Nikolaikirche befürchtet wurde.
 Im zweiten Weltkrieg wurde das Dach stark beschädigt. Eine Sanierung des Gebäudes fand erst 1981/82 statt, umfangreiche Restaurierungsarbeiten erfolgten dann zwischen 1993 und 1995. Die Passage ist heute geprägt von drei Lichthöfen, die durch flache Durchgänge miteinander verbunden sind. Sie wurden von den zeitgenössischen Künstlern Bruno Griesel, Moritz Götze und Johannes Grützke gestaltet.
1996 erhielt der Speck´s Hof die „Trophy“ der weltgrößten Immobilienmesse MIPIM in Cannes für das schönste in diesem Jahr fertig gestellte Gebäude.
Das alte Hansa-Haus war als Messehaus von den Architekten Polster und Höhn 1904-1906 errichtet worden. Das 1906 fertig gestellte Hansa-Haus wurde mittels einer Passage mit Specks Hof verbunden. Das Vorderhaus wurde im zweiten Weltkrieg zerstört. In den Jahren 1993 bis 1997 erfolgte ein Neubau durch das Architektenbüro Rhode, Kellermann, Wawrowsky und Partner. Der imposante Innenhof wurde dabei als Kopie vollständig wieder aufgebaut.
 1999 wurde im Hof eine Klangschale aufgestellt, die nach den Vorstellungen des Ehepaares Schnabel gefertigt wurde. Der Bronzeguss erfolgte durch die Gießerei Bert Noack. Durch Reiben der beiden Bügel am Rand des Wasserbeckens kann man das Wasser in Schwingungen versetzen, sodass ein deutlich wahrnehmbarer Ton entsteht. Unter der Wasserschale befindet sich ein Ziffernblatt, auf diesem zeigt ein Laserpunkt die genaue Uhrzeit an.
Nun, habt Ihr Lust bekommen, die Klangschale auszuprobieren? Dann ab nach Leipzig…