Mein Blog…ein privates Tagebuch?

Bine vom Blog “Was eigenes” hat für 2015 eine Schreibzeit ins Leben gerufen. Sie möchte einmal im Monat zu einem bestimmten Thema ihre Gedanken ordnen und niederschreiben und lädt uns dazu ein, es ihr gleich zu tun.
Das Thema für März lautet: Mein Blog…ein privates Tagebuch?
Ich gebe zu, ich mag solche Themen im Bloggerland ganz gern, denn ich bin ein neugieriger Mensch und schaue recht gern bei meinem Gegenüber auch hinter die “Fassade”. Ich mag Themen, die dazu herausfordern, Stellung zu beziehen, die zu einer kontroversen Diskussion anregen…und ich mag Menschen, die zu bestimmten Themen ihre ganz eigene Meinung haben und diese auch öffentlich vertreten.
Geschmäcker sind verschieden und werden oft durch Kindheit und Umwelt geprägt. Ob ein Blogger lieber den reduzierten Stil oder Opulenz mag, macht eben nur einen Teil seiner Persönlichkeit aus, formuliert er zu bestimmten Themen seine Gedanken, kommt man ihm als Mensch schon ein ganzes Stück näher.
Nein, mein Blog ist kein privates Tagebuch, auch wenn ich jeden Montag meinen Wochenrückblick präsentiere. Wer mich privat oder über Email-Kontakt kennt, weiß, dass es einen ganz privaten Teil gibt, der hier auf dem Blog aus meiner Sicht nichts zu suchen hat. In der realen Welt habe ich nie Tagebuch geschrieben, denn ich brauche das Feedback…und ein Tagebuch bleibt nun mal stumm. Ich glaube, meine Motivation, mit dem Bloggen anzufangen, hatte mit meiner Kommunkationsfreude zu tun. Ich lerne gern Menschen kennen und tausche mich mit ihnen gern aus. Der Blog ist für mich eine Gelegenheit, Fotos, die sonst nur irgendwo im Archiv herumdümpeln würden, zu zeigen. Rückblickend erfreue ich mich dann an den schönen Bildern und den damit verbundenen Erinnerungen an Ausflüge/ Reisen/ Freizeitaktivitäten. Der Blog spornt mich an, meine fotografischen Fähigkeiten zu optimieren und neugierig zu bleiben für Themen, die meinen Horizont erweitern. Ich habe große Freude daran, anderen Bloggern meine Heimat näher zu bringen und sie für Dinge zu begeistern, die auch mich begeistert haben.
Reaktionen, die ich in Form von Kommentaren für meine Beiträge bekomme, sind mir schon sehr wichtig, sie sind mein Feedback. Wie schon andere Blogger in ihren Beiträgen zu diesem Thema beschrieben haben, sind die Reaktionen nicht immer so, wie man sie erwartet hätte…So mancher Post, der mir sehr am Herzen lag, bekam deutlich weniger Interesse als gedacht, halbherzig veröffentlichte Posts dagegen wurden überraschend “der Renner”…Aber ich finde das grundsätzlich nicht schlimm.
Im Laufe meines Bloggerdaseins wurden mir Klick-Zahlen und die Anzahl meiner “Follower” immer unwichtiger. Ich habe gemerkt, dass ich viel mehr Freude daran habe, wenn interessierte Stammleser immer wieder bei mir vorbeischauen und kommentieren. Aber auch die stillen Leser sind mir durchaus ans Herz gewachsen, denn da muss es so einige geben, die hier regelmäßig lesen, ganz offensichtlich, weil sie Interesse an dem haben, was ich so poste…und das finde ich schön.
Was das Bloggen für mich als kommunikativer Mensch so reizvoll macht, ist auch der Umstand, dass man an keine Zeiten gebunden ist. Ich treffe mich sehr gern mit meinem Freundeskreis, nur sind terminliche Absprachen oft schwierig, weil wir alle Kinder haben und ein spontanes Treffen eher selten machbar ist. Im Bloggerland kann ich zu jeder Tages-und Nachtzeit kommentieren und Blogposts lesen, hier ist Kommunikation miteinander zeitlich ungebunden und dadurch recht gut in meinen Alltag integrierbar.

Fazit: Mein Blog ist kein privates Tagebuch, sondern primär ein Plattform, mich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Interessen wie ich haben. Das Bloggerland ist für mich eine Möglichkeit, auf  Menschen zu treffen, denen ich aufgrund der Entfernung im realen Leben nicht begegnet wäre, die aber nun eine große Bereicherung für mein Leben darstellen.
Und wie ist es bei Euch?
15 Responses to “Mein Blog…ein privates Tagebuch?”
  1. Guten Morgen, liebe Lotta,
    mit großem Interesse habe ich Deinen heutigen Post gelesen, und bevor ich jetzt das gleiche schreibe, kann ich Dir nur voll und ganz zustimmen! Genau so sehe ich das Bloggen und meinen Blog auch :O)
    Schön, daß ich Dich hier kennenlernen durfte *lächel*
    Ich wünsch Dir einen schönen und freundlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

  2. Dem ist nichts hinzuzufügen und dem kann ich auch nur beipflichten , liebe Lotta . Ich halte es eigentlich genauso und freue mich immer über das Interesse an meinem Blog . Durch meine Sonja mal zum Bloggen gekommen habe ich es noch nie bereut . Es macht mir immer wieder Spaß deine Posts und die der anderen Bloggerinnen zu lesen . 🙂
    Liebe Grüsse Heike

  3. Ein sehr schöner Beitrag! In erster Linie ist der Blog das auch für mich. Der Austausch zwischen Gleichgesinnten ist das Schönste daran. Plötzlich merkt man, dass man gar nicht alleine ist, sondern sich da einen Vielzahl an Kreativen und Schreibfreudigen tummeln.
    Und wenn man sich dann irgendwann persönlich kennenlernt, dann ist das das Sahnehäubchen!
    Lg Carmen

  4. da geht es mir fast genauso wie dir! ein großer privater teil hat in meinem blog auch nichts zu suchen – meine familie und meine freunde würden mir was husten!! was aber nicht heißt, dass ich nicht auch bilder von haus und garten zeige – ich freu mich ja auch immer, wenn ich sehen kann, wie andere leben.
    bei mir kommt noch hinzu, dass ich es – als alleinarbeitende künstlerin – ganz wunderbar finde, meine kleinen kunstwerke im blog oder auf instagram zu zeigen und immer so viel positive rückmeldungen bekomme (wobei kritik auch sehr willkommen ist!). das habe ich im normalen alltag eben sonst nicht so häufig.
    ganz toll finde ich aber auch, dass ich inzwischen viele bloggerinnen persönlich kennengelernt habe und dass es in diesem jahr noch mehr werden!
    liebe grüße, mano

  5. Liebe Lotta, du fügst den Überlegungen zu diesem Thema einen weiteren Aspekt hinzu, den ich bisher so auch nicht beachtet habe: die Unabhängigkeit von Verabredungen! Das ist etwas, wovon ich bei der Bloggerei profitiere! Ein schneller Austausch ist möglich, ohne Kalender & Telefon bemühen zu müssen…
    Sicher ist mein Blog mehr privates Tagebuch als deiner, halte ich darin ja auch fest, was mich glücklich gemacht hat ( und das, was weniger gut war erinnere ich von ganz alleine ). Das hat sich allerdings auch so ergeben, weil ich das für mich brauchte bei meinem Unfall. Und die Näherei ist ja fast nur noch ein Randthema…
    Schön, dass ic,h dich so getroffen habe!
    Alles Liebe!
    Astrid

  6. Bei mir ist das anders. Mein Blog ist mein persönliches Tagebuch. Bloggerland ist für mich Kommunikation auf Distanz. Ich bin nämlich überhaupt kein geselliger Mensch, mag keinen Smalltalk und lasse nur wenige Menschen in mein Leben. Auch wenn ich gar nicht so wirke.
    Vielleicht mag ich deshalb den virtuellen Austausch mit den verschiedensten Menschen und Lebensweisen, denen ich sonst nie begegne und da haben wir dann unsere Schnittmenge 🙂 Außerdem bekomme ich viele neue Informationen und Anregungen in alle Richtungen. Bloggen erweitert auf jeden Fall den Horizont.
    Mein Blog ist mir eine Art Nachschlagewerk über die vergangen Jahre.
    Liebe Grüße

  7. mir gefällt wenn ein blog auch etwas hinter der kulisse zeigt. dabei muß das gar nicht zu privat werden, aber ein rückblick zeigt da schon mal etwas mehr als ein diy-post zum beispiel. und ja, ich bin auch ein neugieriger mensch ;). für mich selbst entscheide ich da sehr häufig aus dem bauch heraus. blogstatistiken sind mir nicht wichtig. ich dümpel da ganz gerne im kleinen kreis. so habe ich keinen druck und poste einfach, wenn ich mag. in der art ist mein blog dann wohl eher ein bischen tagebuch für mich. deine gedanken zum thema habe ich sehr gerne gelesen. und schaue auch noch ein wenig weiter bei dir rein :). liebe grüße, sabine

  8. Bei mir ist es ganz genauso.
    Alles was ich schreibe ist echt, aber ich schreibe eben nicht alles.
    Ich freue mich über den Austausch, aber ein bißchen ist es auch nur für mich, für meine Erinnerung. Ein kleiner Jahresüberblick.
    Liebe Grüße
    Jutta

  9. Liebe Lotta, Deinen Worten kann ich nichts hinzufügen, noch muss ich für mich irgendetwas abändern. Es ist bei mit exakt so, wie Du es beschrieben hast. Ein wenig Privates über mich gebe ich preis, aber das ist ein Teil, der Öffentlich gemacht werden kann. Alles andere bleibt bei mir. Und mit den Klickzahlen und Followern sehe ich das ganz genauso. Sie wurden immer unwichtiger. Ich freue mich, dass mein Blog gut besucht ist, aber schön finde ich eben auch den Austausch mit meinen Lesern. Durch die anderen schönen Blogs die ich kennenlerne, schaue ich über den Tellerrand und finde Anregungen und neuen Ansporn, mich fotografisch weiter zu entwickeln. Aber auch andere Tipps wie Rezepte, Bastel und Dekoideen und Büchertipps finde ich sehr spannend.

    Liebe Grüße
    Sonja

  10. Liebe Lotta,
    ich bin gerade unterwegs und der Internetzugang mehr als unregelmäßig, dennoch versuche ich zu schauen, was ihr alle so macht!
    Dieser Post spricht mir aus der Seele! Genauso handhabe ich es auch! Die Möglichkeit Fotos zu zeigen, die sonst irgendwo verkruschteln, weil ja keine Familienmitglieder drauf zu sehen sind, so nach dem Motto: Öööööh schon wieder Blumen!?! Der Anreiz seine fotografischen Fähigkeiten auszubauen bekommen durch das Bloggen einen guten Impuls. Ich möchte auch gerne die Dinge teilen, die mich faszinieren und anregen und nebenbei meine Wahlheimat zeigen, die von vielen verkannt wird, aber echt schöne und interessante Ecken hat!
    Ich freue mich auch immer wie Bolle über einen netten Kommentar und finde den Feedback auch sehr wichtig für mich – vielmehr als Klickzahlen etc.
    ich habe in den letzten Jahren des Bloggens viel neue interessante Orte und Dinge kennengelernt, die nicht nur mich, sondern auch meine ganze Familie bereichert haben. Dafür vielen Dank dir und allen anderen! Ihr seid mir echt ans Herz gewachsen!
    Gros bisou
    Sandra

  11. Lotta, genau diesen Beitrag auf dem anderen blog las ich durch Zufall, weil ich dort sonst nicht lese. Und habe mir wirklich Gedanken darüber gemacht und werde sicher auch mal was dazu schreiben. Ich sehe es wie immer genau wie du, es gibt einen großen Teil meines Lebens, der sehr privat ist. Ich bin auch sehr kommunikativ und treffe mich gerne mit Freunden, aber auch dort hat man welche, mit denen man dies und mit anderen jenes bespricht.
    Und trotzdem ist die Blogbekanntschaft etwas völlig anderes als eine reale Bekanntschaft. Natürlich kenne ich einige auch persönlich von früher und schließe neue reale Bekanntschaften nicht aus.

    Sigrun

  12. Hallo Lotta,
    ich gehöre auch zu denen, sie deinen Blog still(er) lesen. Weil es meistens Bilder gibt und immer schöne Bilder, will ich mich nicht ständig wiederholen und die selben Sätze dazu kommentieren. So sage ich nur was dazu, wenn es wie jetzt ein besonderes Thema ist.
    Ich bin in die Bloggerwelt gekommen, durch eine Freundin, die gebloggt hat, sogar ganz privat, auch über Arbeit, Alltags und sogar über Sex, Geburt und alles. Es war megainteressant, daß jemand sich sowas zutraut und so habe ich auch das Bloggen angefangen, auf Ungarisch, so mit total privaten Themen in der Öffentlichkeit. Viele haben da sehr vehement oder sogar sehr beleidigend kommentiert und wenn man mit diesen Kommentaren nicht zu umgehen lernt, dann ist irgendwann die Freude vorbei und ist man nur noch verletzt. So habe ich bei meinem deutschen Blog schon grundsätzlich ohne privates angefangen, weil Deutsche noch weniger damit klar kommen, wenn jemand seine privateste Gedanken öffentlich erklärt. Ich mache jetzt hauptsächlich auch nur Fotos und Reiseberichte in den Blog rein, finde aber eigentlich schade, daß man wegen, weil man seine ehrliche Gedanken mitteilen wagt, oft beschimpft und verurteilt wird.
    Liebe Grüße

  13. Hallo Lotta,

    ein interessantes Thema.

    Ich habe eigentlich nie wirklich ein Tagebuch geführt, mein Blog ist auch kein Tagebuch, kann es gar nicht sein, ich bin vieeel zu langsam meine Ausflüge in die virtuelle Welt umzusetzen *lach* da wäre ich viele Wochen zurück.

    Aber irgendwie ist er es dann vielleicht doch, denn ich kann mir "Erinnerungen" in Form von Gedanken und Bildern auch später ansehen.

    Was das Private angeht, ja, ich gebe schon ab und an etwas der Öffentlichkeit, sofern man in meinem kleinen Blog davon sprechen kann, kund. Aber auch nur soweit ich es möchte, alles erfährt man sicher nicht, Du kennst es 😉

    So möchte ich es auch weiterhin halten, doch ein wenig wird man mich über die Jahre dadurch wohl auch erkennen oder kleine Einblicke hinter die Fassaden des Blogs bekommen. Macht aber auch nichts.

    Liebe Grüße und schöne alltagserinnerungen
    Björn 🙂

  14. Lotta, wie sie leibt und lebt 😉 Und wie ich sie dann vielleicht auch mal "in echt" kennen lerne irgendwann. Ich komme gern hier vorbei, dein Blog strahlt eine solche Frische aus und die Themen, die du hier veröffentlichst, sind originell und spannend. Ich vermute, auch bei dir sind die Ausflugs- und Reiseerinnerungen dann – wie bei mir – zumindest ein bisschen privates Tagebuch, ich jedenfalls schlage inzwischen manches im Blog nach… Ganz liebe Grüße Ghislana (war heute auf eine Stunde in Leipzig, das Enkelmädchen abholen…)

  15. Vielen lieben DANK, dass Du bei #Schreibzeit mitgemacht hast
    und uns an Deinen Gedanken hast teilhaben lassen.
    Ich teile Deine Meinung! 😉
    Liebe Grüße, Bine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.